Montag, 12. August 2019

{Rezension} Nicht weg und nicht da von Anne Freytag








Den Anfang kannst du nicht ändern, das Ende schon.
Nach dem Tod ihres Bruders macht Luise einen radikalen Schnitt: Sie trennt sich von ihrem mausgrauen Ich und ihren Haaren. Übrig bleiben drei Millimeter und eine Mauer, hinter die niemand zu blicken vermag. Als Jacob und sie sich begegnen, ist er sofort fasziniert von ihr. Doch Luise hält Abstand. Bis sie an ihrem sechzehnten Geburtstag aus heiterem Himmel eine E-Mail von ihrem toten Bruder bekommt – es ist die erste von vielen. Mit diesen Nachrichten aus der Zwischenwelt und dem verschlossenen Jacob an ihrer Seite gelingt es Luise, inmitten dieser so aufwühlenden wie traurigen Zeit das Glitzern ihres Lebens zu entdecken ...



Es war mein allererstes Buch von Anne Freytag und ich kann sagen, dass ich den Hype mittlerweile sehr gut verstehen kann, also zumindest mochte ich das Buch hier unfassbar gerne. Aber fangen wir einmal von vorne an. Der Schreibstil von Anne Freytag ist so schön und ich habe mich darin wirklich verliebt. Sie schreibt so flüssig, dass ich das ganze Buch und es hat 476 Seiten, in nur einem Zug durchgelesen habe und wirklich keine Pause dazwischen gemacht habe und es nicht aus der Hand legen konnte.

Die Handlung selber ist nicht spektakulär, es geht um Jacob und Luise und man beobachtet die beiden, wie sie sich entwickeln, wie sie sich verändern, wir schauen, was sie machen und was war, was noch sein wird und wie die beiden sich selber und andere finden. Dadurch, dass Luise und Jacob Geheimnisse haben reicht das auch als Handlung, da man nach und nach die beiden besser kennen lernt und sich immer mehr mit ihnen identifiziert und sich in sie verliebt.

Das Buch selber, zumindest meiner Meinung nach, lebt davon, wie großartig Anne Freytag Gefühle rüber bringen kann und eine Stimmung, eine Atmosphäre, eine Situation wird davon getragen, wie sie sie rüber bringt und man sich darin wirklich verfangen kann und einfach alles miterlebt, was dazu führt, dass ich auch das ein oder andere Mal wirklich Tränen in den Augen hatte.

Nun zu Luise und Jacob, die beiden Charaktere. Die Geschichte wird aus beiden Perspektiven erzählt und man bekommt von beiden mit, wie sie sich verändern, was sie fühlen und wie es ihnen geht. Jacob ist ein wirklich sympathischer Charakter, der zwar sehr verschlossen ist und manchmal wünschte ich mir einfach, dass er sich öffnen könnte und nicht alles alleine tragen muss, aber das ist auch ein Teil seines Weges. Auch wenn er ein sehr ruhiger Charakter ist so sind seine Kapitel wirklich sehr laut, da die Gefühle so gut beschrieben sind. Ich habe mich aber auch absolut in Jacobs Bruder verliebt, der, im Gegensatz zu Jacob, sehr laut und gesellig ist, aber genau das macht ihre Beziehung aus und das Schönste finde ich, dass man einfach merkt, wie sehr die zwei sich lieben und beiden ihre Beziehung zu ihrem Bruder auch wichtig ist. Luise ist die andere Protagonistin, was ich besonders an Luise geliebt habe ist ihre Ehrlichkeit, sie redet nichts schön und will sich auch nichts schönreden, sondern sagt das, was sie will und das was sie denkt. Dazu finde ich, dass sie unfassbar stark und unfassbar reif ist und eine sehr ruhige Persönlichkeit ist und sehr intelligent ist. Der Schmerz, der sie begleitet, wurde so gut dargestellt, dass ich es selber fühlen konnte.



Das Buch ist sehr emotional und beinhaltet zwei sehr schöne Charaktere, die man gerne begleitet und langsam immer mehr über sie herausfindet. Der Schreibstil ist wunderschön und lässt einen an der Handlung teilhaben und man denkt, dass man quasi dabei ist.


4,75/ 5 Sterne


Danke an den heyne fliegt Verlag für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplares! ♥








1 Kommentar:

  1. Hallo!

    Dieses Buch steht auch seit Ewigkeiten auf meiner Wunschliste, da ich Anne Freytag seit "Den Mund voll ungesagter Dinge" klasse finde. Ich hoffe, dass ich bald die Gelegenheit dazu bekomme. Wirst du denn noch weitere Bücher von ihr lesen?

    Liebe Grüße,
    Isa

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