Sonntag, 10. Juni 2018

Was sagt Twitter?... über Themen, die man liebt, aber unter gehen



Ich habe auf Twitter einen Aufruf gestartet und meinen Followern und eigentlich jedem, der interessiert war, Fragen gestellt zu denen sie einen Text schreiben konnten, wenn sie möchten und möchte euch diese Texte jetzt präsentieren. Ob es um Literatur, oder Pläne, oder die eigene Selbstverwirklichung geht, es sind ziemlich viele Themen dabei und ich wünsche euch ganz viel Spaß damit.

Das Thema heute ist:


Was  ist etwas, dass ihr über
 alles liebt, aber gefühlt in der
 Gesellschaft komplett unter 
 geht?



Ich liebe meinen Job. Ja wirklich. Ein paar Tage frei dazwischen sind immer toll. Aber selbst in meiner Freizeit denke ich hin und wieder an meinen Job. Ich arbeite im Bereich Altenpflege. Ich sehe jeden Tag, wie es mit der Versorgung aussieht, höre die Sorgen der Bewohner, sehe meine gestressten Kollegen, die am Limit sind. Und das ist, was mich verflucht ärgerlich macht. Es wird immer mal wieder von Pflegestreik berichtet. Aber es kommt einfach nicht an. Keiner oder nur wenige machen sich bewusst Gedanken, wie es im Alter aussieht. Wie soll die eigene Pflege sein. Ab ins Heim oder doch lieber mit Pflegekraft zuhause? Wie auch immer die Entscheidung ausfallen wird. Fakt ist, Pflege muss bezahlbar bleiben aber auch gut bezahlt werden. Anscheinend eine unlösbare oder verdrängte Aufgabe. Die 08/15 Omi hat meistens nichts als eine mickrige Rente (und so wird’s mir auch gehen) und da bleibt meist nicht viel als in Einrichtungen zu gehen. Nur das Nötigste an Pflege und kaum Geld zur eigenen Verfügung. Aber unsere Politiker interessiert das nicht, die Pensionen sind sicher und exquisite Pflegeplätze damit auch. Und das macht mich wütend. (anonym) 


Rap, Elektro, Techno, Pop – frägt man Leute in meinem Alter nach ihrem liebsten Musikgenre, sind das erfahrungsgemäß die frequentesten Antworten. Ich bin 20 Jahre alt und kann mit Club- und Chartmusik so gar nichts anfangen. Stattdessen höre ich Musik, die so gar nicht in dieses Schema passt: moderne Klassik und Indie Folk.
Beruhigende Melodien, nachdenkliche Texte und Künstler, die ihrer Musik und ihrem Werk die Hauptrolle einräumen sind nur einige der Aspekte, weshalb mir diese Art von Musik so viel bedeutet. Gerade deswegen erfüllt es mich immer mit leichter Wehmut, wenig bis nichts dieser Form in den Charts, Radiosendungen oder Playlists Gleichaltriger wiederzufinden. Es geht mir nicht darum, andere Musikrichtungen kleinzureden oder zu behaupten, die von mir bevorzugten Musikrichtungen wären besser als andere. Es geht mir eher darum, Aufmerksamkeit für etwas zu schaffen, das ich liebe und das mir wahnsinnig am Herzen liegt, aber gefühlt in der Gesellschaft gar nicht präsent ist.
Moderne Klassik und Indie Folk unterscheiden sich natürlich nicht nur musikalisch von anderen Richtungen, auch Konzerterlebnisse bieten andere Erfahrungen an. Die Atmosphäre auf Konzerten von Indie-Künstlern wie Daughter oder Rhodes lässt sich womöglich am ehesten als familiär, ruhig und friedlich beschreiben und zeichnet sich außerdem durch die große Bewunderung für die dargebotene Musik selbst aus. Applaudiert und geschrien wird meist nur zwischen den Songs, und auch mitgesungen wird wenig. Meine Interpretation dieses Verhaltens ist, dass man Künstler und Musik den größtmöglichen Raum und Respekt entgegenbringen will, und das funktioniert auch deswegen, weil die Ruhe der Musik dies quasi voraussetzt und die Teilnehmerzahl meist relativ gering ist.
Am wichtigsten an der Musik ist mir aber eigentlich, dass sie einem in bestimmten Situationen eine so tolle Untermalung bieten kann. Zur Musik von Ludovico Einaudi und Bon Iver an der Küste Nordirlands mit Blick auf sattgrüne Wiesen entlangzuwandern, mit Melodien von Mogwai im Ohr am See in meinem Heimatort den Sonnenuntergang anzuschauen oder einfach nur einen kompletten, verregneten Samstag lang mit einer Pianoplaylist im Hintergrund sein Lieblingsbuch verschlingen – das sind die Momente, in denen diese ruhige, leise Musik so viel Energie und Kraft schenken kann und die Situation auf eine ganz andere Ebene heben kann. So, dass man sich Monate und Jahre später an diese Momente erinnert, in denen man so mit sich selbst im Reinen war. Das sind die Momente, in denen solche Musik, die von Außenstehenden oft als deprimierend und traurig eingeschätzt wird so viel Positives, Gutes geben kann und einen für mich fast magischen Zauber entwickelt.
Diese Art von Musik und oben genannte Erlebnisse bieten nicht für jeden Typ Mensch resonante und bedeutsame Erfahrungen, und das ist auch gut so. Menschen sind verschieden und haben unterschiedliche Bedürfnisse, deswegen sind Musikgeschmäcker verschieden und sollten dies auch sein. Aber einmal ausdrücken zu können, welche andere Bedeutung Musik haben kann und welche anderen Dienste sie imstande ist zu leisten, ist ein unglaublich befreiendes Gefühl. Die Zusammensetzung der Charts werde ich mit diesem Text sicher nicht beeinflussen können, aber wenn diesen Text nur eine Person lesen sollte, die einen ähnlichen, alternativen Zugang zu Musik pflegt wie ich, oder der einer der genannten Künstler genauso viel bedeutet wie mir, dann wäre allein das schon ein Umstand, der mich mit wahnsinnig großer Freude erfüllen würde.

Hier eine kleine Auswahl an Liedern, für den Fall, dass jemand so gar nicht weiß auf welche Stilrichtungen ich mich hier beziehe, oder für den Fall, dass jemand einen ähnlichen Musikgeschmack hat und neue Inspiration gerne willkommen heißt:
Sufjan Stevens – Visions of Gideon
Daughter – The End
Bon Iver – Holocene
SYML – Where’s My Love (Acoustic)
Kaleo – Save Yourself

Ludovico Einaudi – Oltremare
Max Richter – On the Nature of Daylight
Philip Glass – Morning Passages
Olafur Arnalds – Beth’s Theme
Mogwai – Special N
(Laura, @lrydgr )




Leidenschaft ist eine Sache, die ich meiner Meinung nach zu selten sehe, und das ist unglaublich Schade. Vor allem in Deutschland mit einer Konsum- und Leistungsgesellschaft kann man ziemlich schnell das Wichtige im Leben aus der Sicht verlieren. Natürlich definiert jeder für sich selbst, was das Wichtigste ist, aber Selbstverwirklichung ist doch oft was an oberster Stelle liegt. Es schockt mich zu sehen wie hoch die Depressions- und Suizidrate ist, und denke an die vielen Menschen, die Dinge tun, die sie gar nicht tun wollen. Einen Job haben der ihnen überhaupt nicht Spaß macht oder sich einfach allgemein von der Masse mitziehen lassen, oder versuchen den Erwartungen anderer Menschen zu entsprechen. Wie würde unsere Gesellschaft aussehen wenn die Menschen das tun würden was sie lieben und sich nur nach dem orientieren würden was sie glücklich macht und wofür sie brennen (Hajera)



Hier könnte man über Materielles schreiben oder aber auch über Kultur wie Musik (ich würde lügen, wenn ich nicht sagen würde, ich würde mich über mehr Verständnis und Liebe zu älterer Musik aus den 60igern bis 80igern freuen würde) aber ich möchte im Weiteren hier allgemeiner über die Gesellschaft und den Menschen äußern. Wir kennen einen Planeten, auf dem intelligentes Leben möglich ist. Nur auf einem uns bekannten Planeten sind dafür die Bedingungen perfekt. Ich rede von unserer Erde. Ein ungewöhnlicher Planet, gelegen in einer ruhigen Ecke unserer Galaxis, der Milchstraße. Vom einzelligen Lebewesen bis zum Menschen, ist es unglaublich wie sich all das hier aus der Leblosigkeit entwickelt hat. Jeder Mensch ist ein Wunder. Kein uns bekanntes Wesen hat ein so hohes Potential großes zu vollbringen, sein Umfeld zu prägen und zu entwickeln. Der Mensch ist anders als alles andere was die Evolution bisher auf der Erde hervorgebracht hat. Er könnte eine Gemeinschaft bilden, seine Intelligenz nutzen, sich gemeinsam weiterzuentwickeln. Das Potential dazu besitzt unsere Art. Aber in der Realität haben wir unseren Planeten ausgebeutet und tun es noch immer. Und dabei haben auch immer einige Menschen andere Unterdrückt oder bekämpft. Der Mensch ist leider egoistisch und nur auf das hier und jetzt fixiert. Der Klimawandel ist DIE Katastrophe der wir uns stellen müssen. Wir können ihn nicht mehr verhindern, ihn jedoch abschwächen. Aber aktuell arbeiten alle gegeneinander anstatt zusammen zu arbeiten und das Problem zu erkennen. Erkannt wurde es jedoch schon 1997. Kyoto-Protokoll. Das ist jetzt fast genau 20 Jahre her. Passiert ist nicht nur wenig, vieles hat sich noch verschlimmert. Und das einige immer noch glauben, es gäbe keinen menschengemachten Klimawandel, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten. Zitat eines alten Prof. von mir: Über Fakten brauche ich nicht diskutieren, Fakten sind einfach da. Ich wünsche mir also besseren Umgang untereinander, mehr Nächstenliebe und endlich Initiative zur Rettung unserer wundervollen Welt! (Julian Wesch, 20 Jahre jung und Student an der Uni Bremen)

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