Montag, 28. Mai 2018

{Rezension} Die Schwester von Joy Fielding


Bildquelle: randomhouse Verlag
Klappentext

 Caroline Shipley ist eine glückliche Mutter von zwei kleinen Mädchen. Doch dann wird ein Ferienaufenthalt in Mexiko zum Albtraum ihres Lebens, denn ihre zweijährige Tochter Samantha wird aus der Hotelsuite entführt. Alle Bemühungen, das Kind zu finden, sind vergebens. Carolines Ehe scheitert schließlich daran, und obwohl die Jahre vergehen, leidet sie noch immer unter ihren Schuldgefühlen. Da erhält sie eines Tages den Anruf einer jungen Frau, die behauptet, Samantha zu sein. Caroline steht unter Schock – und wird schließlich mit einer Wahrheit konfrontiert, die sie von Neuem vor einen Abgrund stellt ...







Die Schwester ist für mich eine Mischung aus Thriller/ Drama/ Krimi. Also ich konnte das Buch nicht wirklich einem Genre zuordnen. Bei diesem Genre würde ich nicht sagen, dass mir die Charaktere  egal sind, auf keinen Fall, aber die Handlung ist mir persönlich wichtiger und ich lege meinen Fokus eher darauf.

Aber um einmal auch die Personen besprochen zu haben. Im Fokus steht eine Familie, bestehend aus einem Elternpaar, welches sich vor Jahren hat scheiden lassen, einer Tochter, der Großmutter und der Onkel der mütterlicherseits der Tochter und einer Tochter, welche als Baby noch verschwunden ist. Die Mutter ist mir persönlich am meisten ans Herz gewachsen, weil ihre Panik und ihre Sehnsucht einen wirklich mitgenommen haben. Der Wunsch herauszufinden, was mit ihrer verschwundenen Tochter passiert ist gepaart mit einer sehr angespannten Stimmung zwischen ihr und ihrer Tochter, ein schlechtes Verhältnis zu ihrer Mutter und ein Exehemann, welcher eine neue Beziehung eingegangen ist, aus der auch schon Kinder hervorgehen.

Die Tochter ist eher etwas rebellischer und obwohl ich ihren Frust verstehen konnte hatte ich meine Momente, wenn ich mir gewünscht hätte, dass sie manchmal etwas weniger schnell an die Decke geht und versucht ihre Mutter und deren Gefühlswelt zu verstehen. Wohingegen ich mir aber auch manchmal gewünscht habe, dass die Mutter etwas von der Rationalität ihrer Tochter abbekommen sollte.

Der Vater steht nicht sonderlich im Fokus, aber ich fand ihn ganz okay und nett. Das ist die Meinung, die ich praktisch zu jedem anderen Charakter hatte, bis auf die Großmutter, diese fand ich meistens wirklich unerträglich.

Der Schreibstil war sehr schön. Also ich habe es wirklich genossen das Buch zu lesen und bin auch ziemlich schnell reingekommen und habe mich von der Geschichte mitnehmen lassen. 

Was mich persönlich überrascht hat war die Tatsache, dass ich von Anfang an ziemlich gepackt wurde. Die Spannung und mein Wunsch weiter zu lesen war von Seite eins praktisch gegeben und ich wollte unbedingt immer mehr lesen. Ich bin das gewohnt, dass man bei Thrillern eine spannende Geschichte vor sich hat, aber meistens entwickelt sich diese erst noch und ist nicht sofort gegeben. Was die Sache noch interessanter gemacht hat war der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Kapitel wurde abwechselnd aus dem Jetzt und der Zeit geschrieben, als die Familie im Urlaub war, in welchem ihre Tochter verschwunden ist. Man wollte also nicht nur von einer Geschichte mitbekommen, wie sie weiter geht, was den kick am Anfang gebracht hat. Leider wurde dann aber bei der Mitte es ein wenig schwächer. Passagen haben sich nicht per se wiederholt, aber bestimmte Themen wurden dann zum dritten Mal aufgenommen und das gleiche Motiv schon wieder verwendet, was davon auch geprägt war, dass man eben aus beiden Zeiten alles wusste. Was am Anfang die Spannung gebracht hat sorgte in der Mitte dafür, dass man viele Dinge schon wusste, diese aber wieder in der anderen Zeit aufgegriffen worden sind und man manchmal das Gefühl bekam, dass man eine Sache nun schon zum dritten Mal gelesen hat. Das Buch war durchgehend spannend, auch wenn der Spannungsbogen ziemlich gleichbleibend war, also man darf keine großen Höhepunkte erwarten, es war ein dann doch eher ruhiger Thriller, aber das hat mir auch gut gefallen. Man hätte meiner Meinung nach in der Mitte einfach ein paar Kapitel streichen können, da diese einen in der Handlung nicht wirklich weiter gebracht haben. 

Das Ende war dann noch einmal voller Überraschungen. Ich habe die Auflösung nicht kommen sehen. Ich hatte eine grobe Idee davon und diese erwies sich dann auch als wahr, aber mehr habe ich selber nicht herausgefunden und wurde dementsprechend sehr überrascht und das positiv. Auch wenn ich einige Sachen etwas weit hergeholt fand macht es schon Sinn und im Gesamtkontext versteht man einige Sachen besser und es wird eine runde Sache. Aber ich verstehe einige Dinge am Ende nicht. Nicht handlungstechnisch, sondern das Verhalten mancher Charaktere macht für mich keinen Sinn, aber die erkläre ich mir damit, dass man nicht aus deren Sicht gelesen hat und deswegen auch nicht wissen kann, was wirklich in dem anderen vorging.


Ein etwas ruhiger Thriller, welcher aber durchaus spannend ist und eine Wendung am Ende nimmt, die man so nicht unbedingt erwartet.


3,75/ 5 Sterne

Danke an den Goldmann Verlag für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplares! ♥


Joy Fielding gehört zu den unumstrittenen Spitzenautorinnen Amerikas. Seit ihrem Psychothriller »Lauf, Jane, lauf« waren alle ihre Bücher internationale Bestseller. Joy Fielding lebt mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Toronto, Kanada, und in Palm Beach, Florida. (Quelle: randomhouse Verlag)
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Titel: Die Schwester * Originaltitel: She's not there * Autorin: Joy Fielding * Ausgabe: Taschenbuch * Preis: 9,99€ * Reihe? Nein * 

Interesse? Amazon * Goldmann Verlag

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