Samstag, 10. Februar 2018

Lieber Januar,...




Ich habe dieses Jahr etwas vor, was ich die Jahre davor noch nicht gemacht habe. Ich möchte einen kleinen Brief an den letzten Monat schreiben. Euch ein bisschen teilhaben lassen und mich dann immer wieder daran erinnern können. Ich hoffe, dass es euch vielleicht ein bisschen gefällt.

Lieber Januar,

ich weiß noch nicht genau, was ich über dich denken soll. Warst du ein guter Monat? Oder ein schlechter? Hast du das Jahr für mich schön angefangen, oder möchte ich 2018 jetzt schon an die Wand klatschen.
Was auffallend war ist die Tatsache, dass du ruhig und gleichzeitig extrem laut warst. Aber besonders lang. Ich hatte das Gefühl du gehst ewig und noch viel länger. Ich glaube ich mochte dich. Aber ich fand dich auch unheimlich anstrengend, wie schon lange nichts mehr. Du hast die Klausurenphase eingeleitet, mehrere Umzüge von Freunden bedeutet und ein neues Jahr begonnen. Ein Jahr auf welches ich mich unheimlich freue, aber auch etwas Angst vor habe. Das würde besonders in deiner Anfangszeit deutlich. Wo ich einerseits Energie und Freude gespürt habe, da habe ich auch andererseits Angst und Respekt wahrgenommen. 2018 wird so sehr von ersten Malen geprägt, dass es mich etwas einnimmt. Das erste komplette Jahr, in dem ich alleine wohne. Das erste komplette Jahr, in dem ich studiere. Den ersten Jahrestag meiner Unizeit, meiner Zeit mir mir selber und meine Zeit ohne bestimmte Menschen, oder Mensch. Auch ist 2018 das erste Jahr in welchem ich sagen kann, dass ich glaube ich weiß wer ich bin und wo ich hin will. Das ist schön. Und ich frage mich, was ich dann noch machen muss.
Der Januar war voll von Versagensängsten und die permanente Stimme in meinem Kopf, die mir sagen wollte, dass ich nicht gut genug bin. Von Beziehungen jeglicher Art, die anstrengend waren, die etwas Kraft gekostet haben und man sich manchmal nur fragte, warum man das eigentlich macht.
Ich war außerdem so müde im Januar. Müde vom Lernen. Vom sich selbst wieder aufbauen. Vom Arbeiten, aber auch, weil ich manchmal so sehr gelacht habe und nur noch fertig ins Bett gekippt bin.
Denn auch, wenn ich immer wieder Zweifel hatte, so wurde dieser oft von dem überschattet, was ich geschafft hatte. Ich habe wundervolle Tage mit einzigartigen Menschen verbracht, die mir so viel im Leben geben und viel mehr. Abende, die sich angefühlt haben, wie die letzte warme Tasse Tee am Abend folgten Abende, die sich angefühlt haben, wie der erste Sekt auf einer Party. Kisten wurden geschleppt, Projekte überarbeitet und eine WG mit meinen besten Freunden gegründet. Und ich habe meinen ersten Job bekommen.
Der Januar war auch voll von lauter Dingen, die ich gelernt habe. Der Zuversicht, dass mein Studium sich absolut richtig anfühlt. Die Dinge, die mir Spaß machen eine größere Priorität im Leben bekommen und die Tatsache, dass dies mein erstes Jahr für mich und mit mir sein wird und was das alles offen hält.
Pläne wurden geschmiedet, ein bisschen der stürmische Dezember noch einmal verarbeitet, gute Bücher wurden gelesen und die Zuversicht etwas mehr in den Alltag integriert, dass es immer besser wird, auch wenn es einmal scheiße läuft. Ziele wurden definiert und manche wieder fallen gelassen, weil ich sie dann doch nicht machen wollte. Ein wenig alte Gefühle geweckt, aber auch mit dieser kleinen Aufregung auf das Jahr gefüllt.
Januar du warst ein ganz guter Jahresanfang. Am Anfang etwas holprig und ich war nicht selten überfordert, wütend und hilflos, aber ich war auch selten so glücklich und im Reinen mit mir und der Tatsache, dass ich weiß, wie ich mit schlechten Tagen umgehen kann.
Danke für diesen Monat und hallo Febraur.

Kommentare:

  1. Hey Anna,
    hach was für eine tolle Idee mit den Brief, gefällt mir. Und schön das der erste Monat sich zum guten gewendet hat bei mir eher umgekehrt.:(

    Wünsche dir viel verflog, in erreichen deiner ziele. Und das es weiterhin gut läuft.

    Liebe Grüße
    Petra
    Reich der Buchgedanken

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    1. Hallo Petra.

      ich hoffe, dass dein Februar besser war!

      Liebste Grüße,
      Anna

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