Mittwoch, 17. Januar 2018

{Rezension} Stalker von Louise Voss und Mark Edwards


Klappentext

Alex Parkinson ist wie vom Blitz getroffen, als er seine Dozentin aus dem Schreibkurs zum ersten Mal sieht. Siobhan ist wunderschön, intelligent und teilt auch noch seine große Leidenschaft: das Schreiben. Niemals zuvor hat er jemanden so sehr geliebt. Doch wie kann er Siobhan davon überzeugen, dass sie zusammengehören? Besessen von der Idee, sein Leben mit ihr zu teilen, findet Alex heraus, wo Siobhan wohnt, verliert seinen Job für sie, macht ihr Geschenke, kümmert sich um ihre Katze, liest in ihrem Tagebuch. Alex würde alles für Siobhan tun – bis plötzlich eine junge Frau tot vor ihrem Haus liegt …




Das Buch und ich sind durch ziemlich vieles durchgegangen und am Ende muss ich leider sagen, dass der Weg schon eher holprig war, als irgendetwas anderes.

Das Buch beginnt damit, dass man zwei Protagonisten hat. Zum einen Alex und zum anderen Siobhan. Alex ist ein Schüler in Siobahns Schreibkurs und sie ist eine Autorin, welche schon länger nichts mehr veröffentlicht hat, aber immer wieder an Büchern schreibt. Das Buch wird aus zwei Sichten, immer abwechselnd, geschrieben und besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil hat mir deutlich besser gefallen, auch wenn ich diesen auch eher nur ganz nett fand. Ich weiß nicht wirklich, wie ich bei dieser Rezension anfangen soll, aber ich versuche es einfach. Da es ein paar Dinge gibt, die mich doch gegen Ende sehr gestört haben möchte ich darüber reden, aber erst nach dem Fazitabschnitt und werde Spoiler selbstverständlich markieren.

Die beiden Perspektiven der beiden Protagonisten werden von verschiedenen Autoren geschrieben, was ich in der Regel eigentlich mag und gerne lese. Auch hier mochte ich es, auch wenn mir der Schreibstil von Mark Edwards etwas mehr gefallen hat. Beide waren aber leicht zu lesen und man kam gut durch das Buch. Nun habe ich aber sogar schon hier ein kleines Problem. Beide Charaktere sind Autoren. Sei es noch hobbymäßig, wie Alex, oder schon professionell wie Siobhan. An manchen Stellen aber, besonders an ich nenne sie mal erotischeren Stellen, also meistens wenn einer der beiden entweder Sex hatte, oder darüber nachgedacht hat, dann war die Sprache doch sehr unangenehm derb und oft auch einfach sehr schlecht geschrieben. Zum Beispiel benötige ich bei einem inneren Monolog nicht noch einen Einschub in Klammern, indem die Protagonistin einfach nur „Igitt!!!“ (ja mit drei Ausrufezeichen) denkt. Das mag vielleicht dann authentischer rüber kommen, aber meins ist es nicht.

Nun kommen wir zur Handlung des Romans. Man kann sich anhand des Klappentextes eigentlich schon ziemlich viel denken, beziehungsweise erfährt man schon recht viel. Alex verliebt sich im Schreibkurs in seine Lehrerin Siobhan, die aber meiner Einschätzung nach nur höchstens 10 Jahre älter ist, diese erwidert seine Gefühle aber nicht, was Alex nicht zu merken scheint und in ihren Handlungen Signale sieht, welche so nicht vorhanden sind. Durch seine „Liebe“ zu ihr angestachelt fängt er an sie zu stalken und so weiter. Als ich den Klappentext gelesen habe dachte ich, dass das die Handlung des kompletten Buches sein wird, das eine Thema mit der toten Frau geklärt wird und das der große Showdown wäre. Das war es aber nicht, da Siobhan (kleiner Spoiler, aber sonst kann ich das Buch nicht gut rezensieren) schon im ersten Teil des Buches erfährt, was Alex getan hat und er der Stalker ist. Den ersten Teil mochte ich handlungstechnisch eigentlich wirklich ganz gerne, da er spannend war, ich mitfiebern konnte und Alex als kranker Charakter da einfach gut reingepasst hat. Eine Sache nach der anderen ist passiert und ich konnte das Buch praktisch nicht aus der Hand legen, aber alles änderte sich im zweiten Teil. Die Handlung wurde super gezogen, hat mir keinen Spaß mehr gemacht und war teilweise auch wirklich langweilig. Ganz davon abgesehen, wie absurd sie zum Teil wurde. Und das Ende hat mir persönlich auch gar nicht gefallen, auch wenn es eher zu Alex Charakter gepasst hat, als der Rest, welcher im zweiten Teil passiert ist (mehr dazu unten bei den Spoilern, wenn es jemanden wirklich interessiert).

Auch ein weiterer und mit einer der Punkte, weshalb das Buch mir nicht gefallen hat, sind die Charaktere gewesen. Nicht nur, dass beide Charakterentwicklungen für mich überhaupt keinen Sinn ergeben haben und meiner Meinung auch so nicht von statten gehen so waren sie auch einfach unsympathisch und das nicht aufgrund der Tatsache, dass Alex ein Stalker war, den er hat mir von den beiden besser gefallen, besonders im ersten Teil. Klar ist er krank, weil Stalking und dazu auf diese kranke Art und Weise nicht normal ist, aber so wurde er auch dargestellt. Er war arrogant und selbstverliebt und krankhaft von seiner Lehrerin besessen, aber das war eben die Rolle, die er in dem Buch übernommen hat. Im zweiten Teil konnte ich seine Charakterentwicklung nicht ansatzweise nachvollziehen und sie hat mir auch überhaupt nicht gefallen. Er hat mich oft ziemlich genervt muss ich sagen.
Siobhan war aber noch schlimmer. Besonders im ersten Teil müsste sie eigentlich die Person sein, die einem sympathisch ist, da sie das Opfer ist, aber nein das war sie einfach nicht. Ich glaube, dass ich schon lange nicht mehr so von einer Protagonistin genervt war. Was mich wirklich am meisten gestört hat ist, dass sie von sich selber immer wieder gesagt hat, dass sie kein großes Selbstbewusstsein hat, aber gleichzeitig davon ausgeht, dass jeder ihrer männlichen und ihre lesbische Schülerin auf sie stehen müssen. Auch als sie einmal Essen war und mit zwei Männern geflirtet hatte, welche darauf nicht eingegangen sind, war ihre einzige Schlussfolgerung, dass sie eindeutig schwul sein müssen.


Alles in allem ein Roman, welcher wirklich gut gestartet ist und den ich, trotz des Schreibstils, nicht aus der Hand legen konnte, welcher aber nach und nach immer schlechter wurde.

2 von 5 Sternen

Spoiler Part: Ich möchte hier nur wenig dazu sagen, aber was mich wirklich sehr an dem Buch gestört hat war der angeblich so gute Plottwist, dass dann Siobhan anfängt Alex zu stalken. So eine Einstellung bekommt man nicht einfach von heute auf morgen, so wie sie. Außerdem wird Alex, welcher so krankhaft war, nicht plötzlich, weil er eine Andere kennen gelernt hat, gesund und in einer gesunden Beziehung leben, auch wenn sich am Ende auch was anderes dahingehend bemerkbar macht. Außerdem fand ich es sehr fragwürdig, dass Siobhan mehrmals traurig war, dass Alex sie nicht mehr liebt und nicht mehr so besessen nach ihr ist, weil sie ja wirklich toll ist und was zu geben hat. Das ist doch nicht mehr normal. Ich könnte ewig darüber weiter reden, aber ich denke, dass mein Standpunkt klar geworden ist.


 Danke an den btb Verlag für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplares! ♥





Louise Voss sah Mark Edwards in einer Dokumentation über aufstrebende Autoren, daraufhin kontaktierte sie ihn. Das war der Grundstein ihrer schriftstellerischen Zusammenarbeit. Ihre ersten beiden Thriller "Fieber" und "Stalker" wurden Sensationserfolge, zunächst online im Eigenverlag und schließlich auch in den Printausgaben. Louise Voss und Mark Edwards leben mit ihren Familien im Süden von London.

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Titel: Stalker * Originaltitel: Killing Cupid * Autor/in: Louise Voss & Mark Edwards * Ausgabe: Taschenbuch * Preis: 9,99€ * Reihe? Nein *

Interesse? Amazon * btb Verlag


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