Sonntag, 18. März 2018

Was sagt Twitter?... über Literatur {Part 5}




Ich habe auf Twitter einen Aufruf gestartet und meinen Followern und eigentlich jedem, der interessiert war, Fragen gestellt zu denen sie einen Text schreiben konnten, wenn sie möchten und möchte euch diese Texte jetzt präsentieren. Ob es um Literatur, oder Pläne, oder die eigene Selbstverwirklichung geht, es sind ziemlich viele Themen dabei und ich wünsche euch ganz viel Spaß damit.

Das Thema heute sind eher Fragen, die beantwortet worden sind. Ich habe 15 Fragen rund um das Thema Literatur und Lesen gestellt. Heute stelle ich auch die Antworten der ersten Fragen vor. Die erste Antwort ist immer meine und dann haben andere Menschen ihren Platz, also viel Spaß heute beim


Fragebogen- Literatur Teil 5



Elfte Frage: Hat dir ein Werk einmal die Augen geöffnet, oder zu deine Meinung zu einem unkonventionellem Thema verändert, oder dich anders darüber denken lassen?


Also ich möchte nicht sagen, dass ich Inzest jetzt gut reden möchte und so weiter, ABER „Forbidden“ hat mich vielleicht nicht unbedingt sehr anders, aber aus anderen Blickwinkeln auf das Thema schauen lassen. (ich)


Das ist schon wieder random af, aber „Tote Mädchen lügen nicht“ fand ich  schon sehr toll, sowohl das Buch als auch dann die Serie. Es hat meine Meinung zu dem ganzen Thema jetzt nicht wirklich verändert, aber doch den Blickwinkel darauf; einfach dadurch, dass die ganze Situation aus einer emotionalen, subjektiven Sichtweise heraus geschildert wird und man so auch die tiefergehenden die Hintergründe des Ganzen erfährt. (Annika)


Mh… nein, nicht dass ich wüsste. Manche Geschichten haben mich sicherlich dazu veranlasst über manche Themen nachzudenken und mich tiefergehend damit zu beschäftigen, wie z.B. Sterbehilfe, Geschäfte der Pharmaindustrie, Kriege, Umweltbelastung…, aber mir würde nichts einfallen was meine Meinung/Denkweise völlig verändert hätte. (@Terrorhexe)


Nicht unbedingt geändert, aber Tote Mädchen Lügen Nicht spricht ein unkonventionelles Thema an, welches leider viel zu oft unter den Teppich gekehrt wird. (Rebecca)


Alles, was ich bisher gelesen habe, erweitert meine Meinung zu bestimmten Themen. Ich weiß, das klingt jetzt relativ platt und uninspiriert beantwortet, aber letztlich verändert jedes Buch ein klein wenig zumindest meine Sicht auf die Welt und über bestimmte Themen. Indem ich mich in eine andere Welt und zwar die des jeweiligen Autors „entführen“ lasse, habe ich ja gerade die Möglichkeit mir ein Thema von einer anderen Perspektive anzuschauen und dann auch anders darüber zu denken. (Lisa)


Nicht, dass ich wüsste, tut mir leid… (Kate)


Literatur öffnet mir ständig die Augen für etwas Neues. Letztens habe ich „Der Fremde“ von Albert Camus gelesen, das hat mich noch einmal neu über den Glauben und Unglauben an Gott nachdenken lassen. (Jacob)


Ich hab bei dem ein oder anderen Buch geheult, weil es so schön war. (Katha)


„Leben des Galilei“ hat mich über die Verantwortung der Wissenschaft nachdenken lassen und meine Meinung zu dem Thema geprägt und beeinflusst. (anonym)


Forbidden von Tabitha Suzuma. Einfach ein schwieriges Thema, aber es hat mich dazu gebracht, dass ich offener gegenüber verschiedener Liebespaare geworden bin und sie nicht aus welchen Gründen auch immer verurteile. Liebe ist nicht einfach zu verstehen und sollte nicht sofort verurteilt werden. (Laura)


50 Shades of Grey hat mir gezeigt wie unglaublich falsch man BDSM auffassen kann. E.L. James hat keine Ahnung, von dem Thema. (Claire)




Zwölfte Frage: Hilft dir Literatur in deinem Alltag?


Ja, ja und ja. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll und wo mir Literatur im Alltag nicht hilft. Ich kann mich immer zu ihr flüchten, wenn mir einmal wieder alles zu viel ist. (ich)


Ja. Literatur hilft mir manchmal die allgegenwärtigen Sorgen zu vergessen und in eine andere Welt einzutauchen, wo es die Sorgen nicht gibt. (Laura)


Sie bildet mich oft mehr als meine Dozenten. Sie ist die Grundlage meiner Hausarbeiten. Das Gefühl ein neues Buch zu kaufen oder durch mein Lieblingsantiquariat zu streunen bieten so viel Trost. Also ja. Durchaus. (Kate)


Ja. Sie schafft kleine Freiräume, Ausflüge und Pausen. (Lisa)


Literatur hilft mir in meinem Alltag insofern, dass sie für mich ein Zufluchtsort ist. Immer, wenn ich aus der grauen und bitteren Realität flüchten will, ist Literatur da. Sie ist da, wenn sonst keiner da ist. Ein Buch ist immer in meiner Nähe, im Gegensatz zu den meisten Menschen in meinem Leben. Wenn ich lese (oder Hörbücher höre) vergesse ich in der Zeit alles um mich herum und träume mich in eine andere Welt hinein. Ich fühle mich selbst wie ein Teil der Geschichte, wie live im Geschehen und erlebe so kleine und große Abenteuer, die so in meinem Leben nicht vorkommen. Ich sehe andere Orte, als immer die gleichen tristen Orte, die ich täglich sehe. Ich sehe diese Orte, ich fühle diese Orte, ich rieche sie, ich erlebe sie. Und das ausschließlich in meiner Phantasie. Diese Orte, die nur durch Wörter erschaffen werden, erschaffen für mich einen Zufluchtsort. Ich habe oft Phasen in meinem Leben, in  dem ich alleine sein will, 
an dem ich keine Menschen in meiner Nähe ertrage, in denen es mir schlecht geht. Aber ein gutes Buch hilft mir oft, zumindest ein wenig, aus diesem Tief wieder heraus zu kommen. Natürlich lese ich aber auch in den sehr schönen Phasen meines Lebens gerne ein gutes Buch. Einfach weil es verdammt viel Spaß macht. Aber Literatur hilft mir auch insofern, dass sie mich inspiriert und motiviert. Sie dient auch als eine Art Vorbild für mich. In manchen Situationen denke ich zurück an etwas, das ich gelesen habe und denke „die Person in dem Buch hat sich dort auch durchgekämpft, dann schaffst du das auch“. Ich denke, dass die Charaktere Vorbilder sein können, auch wenn sie nur fiktiv sind und dass die Geschichten ein Anreiz dafür sein können, Dinge zu tun, die man sonst vielleicht nicht tun würde. (Bea)


Ja, beruflich und privat. Fachliteratur benötige ich einfach für meinen Arbeitsalltag, im Privatleben hilft mir das Kochbuch ebenso wie der Schmöker. Entweder weil ich sonst verhungern müsste, oder weil man einen scheiß Tag vergessen muss. ;) (@Terrorhexe)


Eigentlich immer und überall. Natürlich rein technisch, durch korrekte Sprache etc., aber vor allem wegen der vielen Lektionen, die ich daraus lerne, jeden Tag. (Annika)


Ein ganz klares Ja. Es gibt nichts schöneres, als, wenn man traurig ist, sein Lieblingsbuch zu lesen. Außerdem natürlich der Aspekt der Weiterbildung, den ich vorhin schon erwähnt habe. (Claire)


Literatur hilft mir, um beispielsweise Wartezeiten zu überbrücken. Weiterhin hilft Literatur abends zum Abschalten und zur Entspannung. Gerade nach stressigen Arbeitstagen ist es hilfreich „in eine andere Welt abzutauchen“. Um die wissenschaftliche Seite vom Anfang nochmal aufzugreifen: Literatur hilft auch hier im Alltag, beispielsweise wenn ich etwas nachschlagen muss. (anonym)


Auf jeden Fall! Ich versuche täglich zu lesen, um dem Alltag wenigstens für eine Weile zu entgehen. (Rebecca)


Ja, ich kann meiner manchmal beschissenen Alltagswelt entfliehen und meine Gedanken dieser anderen Welt widmen, um mich selbst wieder auf gute Gedanken zu bringen. (Katha)


Klar. Durchs Lesen verstehe ich die Welt immer besser. Gleichzeitig wird mir bewusst, wie viel da ist, das ich noch nicht verstehe, wo sich neue Fragen auftun. (Jacob)





Dreizehnte Frage: Hat ein bestimmtes Buch/Gedicht/etc. dir einmal geholfen über etwas Bestimmtes hinweg zu kommen, oder damit besser umzugehen?


„Solitaire“ hat mir geholfen besser mit meiner anxiety umzugehen und dem Gefühl, dass ich niemals „normal“ werden könnte und meine Gedanken zu laut sind. (ich)


Ein Gedicht der Lakota-Indianer hat mir geholfen, besser über den plötzlichen Tod meiner Großmutter hinwegzukommen.
Steht nicht an meinem Grab und weint,
ich bin nicht da,
nein, ich schlafe nicht.
Ich bin eine der tausend wogenden Wellen des Sees,
ich bin das diamantende Glitzern des Schnees,
wenn ihr erwacht in der Stille am Morgen,
dann bin ich für euch verborgen,
ich bin ein Vogel im Flug,
leise wie ein Luftzug,
ich bin das sanfte Licht der Sterne in der Nacht.
Steht nicht an meinem Grab und weint,
ich bin nicht da,
nein ich schlafe nicht.
(Lisa)


Nein, das hat bisher kein Buch geschafft. Zu Zeiten, in denen ich über etwas hinwegkommen musste, habe ich nie gelesen. (anonym)


Ich hab länger darüber nachgedacht und mir ist nichts eingefallen. (Claire)


Gegen Ende einer depressiven Phase habe ich mich von Ned Vizzinis „It’s kind of a funny story“ (habe das Buch damals auf Englisch gelesen) gut verstanden gefühlt. (Jacob)


Die Biographie von Robert Enke. Das Buch hat mir geholfen besser mit meinen Depressionen klar zu kommen und hat mich generell dem Thema gegenüber sensibilisiert. (Laura)


Über Twitter habe ich einen Account gefunden, der viele Zitate von Sylvia Plath aus z.B. ihren Gedichten oder Büchern postet. Gerade die zum Thema Depression, Verzweiflung, Suizidalität und Liebe haben mir oft das Gefühl gegeben irgendwie verstanden und nicht allein zu sein. (Kate)


Ja, mir hat ein Buch geholfen mit etwas besser umzugehen. Auch wenn es ein umstrittenes Buch ist, war es das Buch 13 reasons why (Tote Mädchen lügen nicht). Es hat meine Lebenseinstellung verändert. Ich habe es damals gelesen, als es mir nicht gut ging. Ich war sehr depressiv, habe zu der Zeit mein Zimmer wochenlang nicht verlassen, mich im Dunkeln eingeschlossen und kaum etwas gegessen. Ich war damals entschlossen nicht mehr weiter leben zu wollen. Und es wäre auch fast dazu gekommen. Aber ich bekam durch Zufall dieses Buch geschenkt, von einer Person, die keine Ahnung hatte wie es mir ging oder was ich vor hatte. Niemand hatte nur die geringste Ahnung. Es schien auch einfach niemanden zu interessieren wie es mir ging. Ich las das Buch. Und ich konnte mich mit Hannah identifizieren. Ich verstand sie. Ich verstand was sie motivierte, warum sie so handelte, wie sie handelte. Und sie inspirierte mich. Ich dachte mir, ich kann auch locker eine Liste schreiben. 13 reasons why würde ich ganz schnell zusammen kriegen, wenn nicht sogar noch mehr. Und so setzte ich mich in mein abgedunkeltes Zimmer und begann alle Namen von Menschen aufzuschreiben, die mich , hintergangen, gemobbt, körperlich oder psychisch verletzt, fallen gelassen oder gequält haben. Die Menschen, die dazu geführt haben, dass es mir immer schlechter ging, die mich jahrelang psychisch fertig gemacht hatten oder mir physische Schmerzen zugefügt hatten. Und ich schrieb auf was sie getan hatten. Wie ich mich dabei fühlte schrieb ich auch dazu. Und so saß ich an diesem Abend auf meinem Sofa und hatte am Ende ca. 15 voll beschriebene Zettel in der Hand. Aber je länger ich diese Zettel anstarrte und darüber nachdachte, dachte ich mir „Warum zur Hölle sollte ich sterben? Weil DIESE Menschen sich scheiße verhalten haben?“ und das war der Moment in dem ich realisierte, dass es doch viel besser wäre den Leuten einfach zu zeigen, dass ich etwas Wert bin. Ich wollte deren Gesichter sehen, wenn ich irgendwann etwas erreiche. Ich wollte ihnen zeigen, dass ich glücklich sein kann und dass ich mich von Idioten wie ihnen nicht einschüchtern lasse. Ich wollte sie nicht gewinnen lassen. Und danach erlebte ich tatsächlich sehr glückliche Jahre. Ich änderte mein Leben, aber vorallem meine Einstellung und ich fand neue Freunde. Und dieses Buch hat mich angeregt über das Thema nachzudenken. Obwohl die Protagonistin genau die gegenteilige Entscheidung traf, war es dieses Buch, was bei mir den Anstoß zu einer großen Veränderung gab. Einfach weil es endlich ein Buch war, das dieses Thema offen ansprach und auch nicht verschönerte. Aber der Roman regte mich auch gleichzeitig an mehr über andere Menschen nachzudenken und über mein Verhalten ihnen gegenüber. Denn oft merken wir selbst nicht, dass unsere Taten oder Worte, auch wenn es vielleicht gar nicht so gemeint war, andere verletzen können. Und deshalb sollte man viel mehr darüber nachdenken, wie man mit anderen Menschen umgeht. Das fängt schon bei den Kleinigkeiten an. (Bea)


Vielleicht auch eher unbewusst, gezielt habe ich in dem Sinne jedenfalls kein Buch gesucht und gelesen. Aber wenn es etwas gibt, was mir tatsächlich mal geholfen hat, dann war es bestimmt von Jostein Gaarder. ;) (@Terrorhexe)


Ja, „manchmal möchte ich mich totlachen“, nachdem mein Opa gestorben ist. (Rebecca)


Nicht dass ich wüsste. (Katha)


Konkret benutze ich dafür eigentlich eher Musik, aber ich will auch für mich nicht komplett ausschließen, dass ich das richtige Werk für meine Situationen einfach (noch) nicht gefunden habe. (Annika)

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