Montag, 7. August 2017

Schreibupdate - Wie plotte ich?







Fiction is about stuff that’s screwed up.
– Nancy Kress



Ich möchte euch zu meinem allerersten Schreib- Update zu geben. Ich werde euch heute noch nicht etwas zu meinem Projekt allgemein sagen, also nichts inhaltliches, weil ich noch nicht weiß wie viel ich davon wirklich preisgeben möchte, aber wenn ihr einen kleinen Einblick bekommen wollt, dann könnt ihr hier bei meiner pinterest Pinnwand vorbeischauen.



Ich möchte heute ein wenig darüber sprechen, wie ich schreibe und plotte, also wie ich vorgehe, nachdem mir eine Idee in den Kopf geploppt ist. Ich habe da kein wirkliches System und arbeite immer noch daran, wie ich für mich persönlich am besten schreiben kann und wie ich meine Geschichte plane.

Welche zwei große typen mir immer in den Kopf kommen, wenn ich ans plotten denke, dann sind es „planer“ und „panster“. Planer planen alles vor, plotten die Handlung akkurat, charakterisieren ihre Protagonisten, erschaffen ihre Welt und machen sich Gedanken über die Beziehungen in ihrer Geschichte. Panster schreiben gefühlt ohne viel davor nachzudenken los und lassen ihrer Idee freien Lauf. Natürlich gibt es da nicht nur schwarz und weiß, sondern auch grau, manche planen ein wenig und schreiben aber fast alles einfach so und wiederum andere planen 50% und die anderen 50% lassen sie ihrer Idee freien Lauf.

Jeder muss da für sich selber finden, was für ihn am besten ist und was sich richtig anfühlt. Es gibt kein Erfolgsrezept und keine bessere Art, denn es geht nur darum, wie man besser schreiben kann und manchmal ist man bei einer Geschichte ein Planer und bei der nächsten ein Panster. Das ist immer ganz unterschiedlich und für jeden anders und das ist gut so.

Was bin ich? Um das zu beantworten möchte ich mit euch eine kleine Zeitreise machen und zwar zu meinem Ich in der dritten Klasse, denn dort hat meine nicht existente Karriere als Autorin angefangen. Ich habe in der dritten geliebt Kurzgeschichten zu schreiben und kleine Comics zu zeichnen, die mehr schlecht, als recht waren. Hier musste ich mir keine große Gedanken machen und über eine komplexe Handlung nachdenken, denn es gab fast nie eine Handlung, welche fünfzehn Seiten überschritt und deswegen habe ich mir darüber nie Gedanken gemacht, aber mit neun Jahren habe ich mir allgemein über nicht so viele Sachen Gedanken gemacht. In der neunten Klasse habe ich dann angefangen meinen ersten richtigen Roman zu schreiben und war ein kompletter Panster. Ich habe vielleicht zwei Tage über meine Geschichte nachgedacht und einfach losgeschrieben und das Ergebnis war, dass ich nach 80 Seiten keine Ahnung mehr hatte, wohin meine Geschichte geht und was das Ziel ist und dann habe ich einfach aufgehört die Geschichte weiter zu schreiben, weil ich nicht wusste worüber ich schreiben soll und so ging das noch ein wenig weiter. 

Bei meinem zweiten großen Projekt wollte ich es besser machen und habe zwei Seiten geplottet und meine Handlung grob aufgeschrieben und meine handelnden Personen aufgeschrieben und das Ergebnis war, dass ich weiter gekommen bin, aber ich nicht wirklich wusste, wie ich die Geschichte erzählen soll. Ich hatte einen Anfang und ein Ende, aber keinen wirklichen Hauptteil, weil ich mir sicher war, dass es reicht einen Rahmen zu haben, aber das tut es nicht. Man kann einen Rahmen haben, aber wenn man dazwischen kein Bild hat, dann bringt es einem nicht viel, ohne ein Bild gibt es keinen Grund für einen Rahmen.

Ich habe also gemerkt, dass ich überhaupt nicht dafür geschaffen bin ein Panster zu sein. Und ich habe gemerkt, dass ich Anfänge hasse. Sie waren ein lange Zeitlang das interessanteste für mich, aber mittlerweile habe ich damit mehr Probleme, als mir lieb ist, aber das werde ich  noch in einem anderen Post erläutern. Meine großartige Idee war also, wenn ich „Dear Rachel“ anfange, dann werde ich ein kompletter Planer und wenn ich ehrlich bin, dann war meine Idee eines Planers damals, dass es eine Mischung aus Panster und Planer war und eher Richtung Panster ging. Es funktionierte für mich viel besser, als das letzte Mal, aber auch das war für mich nicht das Beste. Ich habe alle Daten meiner Charaktere aufgeschrieben und auch viele Punkte des Plots, aber keine wirklichen Kleinigkeiten und das Ergebnis war, dass das, was ich besser geplant hatte eher so funktioniert hat, wie ich es wollte und meine nicht geplanten Aspekte des Buches danach von mir noch überarbeitet werden sollten, da sie mir einfach nicht komplett gefallen hat und dann habe ich es bei meinem zweiten Versuch, an dem ich gerade schreibe, habe ich noch mehr geplant, als davor und bis jetzt fahre ich damit ziemlich gut.

Ich meine damit, dass ich mir ein Outline geschrieben habe, an dem ich gerade noch feile und schreibe, aber ich habe jedes Kapitel geplottet. Nicht jeder Dialog und nicht jeder Satz natürlich, aber es sind pro Kapitel zwischen 200 und 2000 Wörter, die mir einfach einen Weg vorgeben, wenn ich nicht mehr weiter weiß und mir gefällt das wirklich gut, auch wenn ich immer noch abschweife, was ich wirklich einmal ändern sollte, aber es wird immer besser und ich fühle mich mit dieser Art des plottens und Vorarbeitens sehr wohl.

Wie plottet ihr? Plottet ihr überhaupt?

Kommentare:

  1. Huhu Anna,

    okaaay, das hab ich nicht gewusst.
    Also das es für meine Art zu schreiben einen Namen gibt ^.^
    Wobei, ich schreibe ja nicht wirklich, also keine Bücher, sondern nur ein paar Ideen und das war's. In der Schule war ich aber auch immer so spontan. Ich habe begonnen und geschrieben und geschrieben. Zwischen Anfang und Ende (das wusste ich jedenfalls ungefähr) konnte so viel passieren. Meine Lehrer hat das nie gepasst, aber schlussendlich fanden sie meine Storys immer lesenswert, aber das WIE ICH DAZU GEKOMMEN BIN passte ihnen einfach nicht. Tjaaa...ich bin also ein Panster. Das Planen hat mir noch nie gelegen.

    Ich finde es toll, dass du einen Weg gefunden hast zu plotten, in dem du dich wohl fühlst. Ich drück dir die Daumen, dass du weiterhin voller Tatendrang bist und deine Ziele erreichen wirst!

    Alles Liebe,
    Tiana

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    1. Hallo :),

      ich habe auch nicht gewusst, dass es dafür einen Namen gibt, bis ich mich mehr darüber informiert habe, größtenteils wegen NaNoWriMo.

      In der Schule war das bei mir genauso. Mir ist eine Idee in den Sinn gekommen und habe irgendwie darüber geschrieben und bin dann auch manchmal hundert mal vom Thema abgekommen.

      Dankeschön ♥

      Liebste Grüße, Anna

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  2. Mir ging es in der Grundschule auch so, dass ich super gerne Geschichten geschrieben und vorher nicht darüber nachgedacht habe. Ich habe einfach drauflos geschrieben und das führte dann dazu, dass teilweise mittendrin das Thema gewechselt hat und Anfang und Ende gar nicht mehr zusammenpassten. Dadurch habe ich auch immer die geforderte Seitenzahl weit überschritten :D Danach war meine Schreibkarriere aber zu Ende, wenn man das Bloggen mal rauslässt, weil mich meine Fantasie leider komplett verlassen hat :D Heute würde ich aber eher vorplanen, denke ich. Zumindest die grobe Handlung, damit ich mich nicht irgendwo verzettel. Ich kenne mich nämlich und weiß, dass ich dann auch einfach aufhören würde statt zu versuchen, das Problem zu beheben.

    Interessant zu lesen, wie das bei dir ist. Das ist wirklich etwas, was man erst mal ausprobieren muss und selbst herausfinden muss, wie es für einen selbst klappt. Schön, dass du für jetzt deine Methode gefunden hast :) Ich wünsche dir viel Erfolg mit deinem Projekt!

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    1. Meine Schreibphase hat auch nach der Grundschule eine Pause gemacht und ist vor vielleicht vier bis fünf Jahren erst wieder gekommen.

      Das auf alle Fälle. Man entwickelt sich mit der Zeit einfach in eine Richtung und bemerkt, was für einen selber funktioniert und richtig für einen ist.

      Ich danke dir! ♥

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  3. Hey!
    DAs ist ja mal ein super spannender Post gewesen! (Auch wenn ich spät dran bin)
    Ich fand dein Vergleich mit dem Bilderrahmen ohne Bild echt grandios!
    Ich persönlich habe alles schon mal irgendwie Versucht, habe auch die Erfahrung gemacht, dass ich kein Panster bin. Ich habe am Anfang nicht wirklich über meine Bücher nachgedacht, sondern hatte nur eine grobe Idee. Mal hat das geklappt, die meiste ZEit jedoch überhaupt nicht.
    Allerdings tue ich mich auch ein wenig schwer damit, meine Bücher von vorne bis hinten zu planen, weil ich einfach nicht weiß wie!
    Das fängt schon damit an, dass ich nicht weiß wo ich das alles aufschreiben soll!
    Und was soll ich aufschreiben?
    Und muss ich Daten über meine Charaktere aufschreiben?
    Das sind dann immer Fragen die mich beschäftigen und für die ich einfach noch keine optimale Lösung gefunden habe!
    Aber das Schreiben ist ja auch ein ständiger Prozess und fängt außerdem nicht beim ersten Wort an, dass man zu Papier bringt, sondern startet bereits im Kopf! (alles ist im Wandel und so...;D)
    Liebst
    Fire

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    1. Hey!

      Danke und man ist nie zu spät dran!
      Ja ich glaube wirklich, dass das große Talent, oder die Abeit die ist, dass man herausfinden muss, was am Besten für einen funktioniert und womit man am Besten arbeiten kann, denn das ist die Hauptsache.
      Ich persönlich habe für jedes meiner Bücher ein eigenes Notizbuch angelegt und schreibe dort alles auf.
      Ich persönlich schreibe fast alle Daten über meine Charaktere auf, einfach damit ich sie aufegschrieben habe und sie nicht mehr in meinem Kopf herum schwirren.

      Liebste Grüße, Anna

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  4. Hallo Anna,

    der Hauptgrund dafür, dass ich immer noch an meinem aktuellen Projekt feile, ist der, dass ich es begonnen habe, ohne zu wissen, wo es hingehen soll. Dadurch habe ich quasi auf die harte Tour gelernt, dass ich ein grobes Konzept brauche.
    Ich braindstorme auch unglaublich gerne, wenn es um das Entwickeln eines Plots geht, aber jede einzelne Szene vorzuplanen kann ich nicht. Ich will immer drauflosschreiben, und viele Details entwickele ich dann auch eher beim Schreiben. Allerdings brauche ich auch einen Plan, an dem ich mich dann dran langhangeln kann. ^^

    Ich drücke dir die Daumen, dass du die richtige Methode für dich gefunden hast und dass es beim Schreiben gut läuft! ♥

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    1. Hallo Dana,

      das ist auch der Grund, weshalb ich auch schon wirklich lange an meinem einen Projekt sitze, weil ich immer dachte, dass ich schon während des Schreibens alles herausfinden werde und damit bin ich ziemlich auf die Schnauze gefallen.

      Jede Szene plotte ich auch nicht unbedingt vor, aber ziemlich, weil ich es auch mag, wenn ich drauflos schreiben kann. Deswegen plotte ich meinen ersten Entwurf auch meistens wirklich nicht großartig, aber dafür den zweiten umso mehr.

      Dankeschön ich dir auch ♥

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