Dienstag, 3. Januar 2017

{Rezension} Tag Vier von Sarah Lotz


Klappentext


 Am vierten Tag einer Kreuzfahrt durch den Golf von Mexiko hält das betagte Schiff „Beautiful Dreamer” plötzlich und unerwartet an. Die Maschinen lassen sich nicht wieder starten, es gibt keinen Strom, keinen Funkempfang, und weder Passagiere noch Crew-Mitglieder können Rettung anfordern. Als die Situation sich verschlimmert und das Essen sich dem Ende neigt, beginnt die Besatzung unruhig zu werden. Und dann wird noch die Leiche einer jungen Frau in ihrer Kabine entdeckt, Panik bricht aus. An Bord hält sich ein Mörder auf – aber das ist noch nicht alles: Merkwürdige Dinge geschehen, und bald wünschten alle, es wäre nur ein Mörder, der unter ihnen ist.








Ich möchte erst einmal allgemein etwas zu dem Buch sagen und dann auf die einzelnen Geschichten darin eingehen, wie auch schon bei „Die Drei“ wird „Tag Vier“ nicht nur aus einer Perspektive erzählt, sondern aus mehreren und jede Geschichte bewerte beziehungsweise erkläre ich einzeln, weil eine zu allgemein und grobgefasste Rezension das Buch für mich nicht widerspiegeln würde.

Ich mochte Sarah Lotz Schreibstil auch in diesem Buch gerne, da er super angenehm zu lesen ist und nicht im Fluss stört, es ist aber auch keiner, der meiner Meinung nach total aus der Masse heraussticht, weder übertrieben positiv noch negativ.

Was den allgemeinen Handlungsverlauf angeht bin ich sehr zwiegespalten. Am Anfang fand ich die Geschichte wirklich toll und sehr spannend. Es war abwechslungsreich und interessant aus den ganzen verschiedenen Sichten zu lesen und so ganz unterschiedliche Storys zu erleben und andere Aspekte zu sehen, die dann die Geschichte, das Setting oder ähnliches in einem anderen Licht auch darstellen und wirken lassen. Und auch ganz am Ende, also die letzten 80 Seiten waren spannend und aber auch verwirrend und verrückt und man hat einfach mal etwas ganz anderes gelesen. Mein Problem war jetzt, dass aber zwischen dem Anfang und dem Ende die Mitte war und diese empfand ich als doch etwas langatmig und langweilig, viele Geschichten plätscherten nur vor sich hin und ich hatte das Gefühl, dass das Buch auf kein Ziel zusteuerte und keine wirkliche Handlung hatte, es wirkte für mich alles ein wenig planlos und es fühlte sich wie eine lange Wiederholung an, weil ich auch oft das Gefühl hatte keine neuen Informationen zu bekommen.

Die einzelnen Geschichten hatten immer unterschiedliche Überschriften, damit man immer wusste, dass ich die Sicht ändert und wer gerade dran ist, da sich die Kapitelbenennung eines einzelnen nie geändert hat. Ich möchte jetzt noch kurz auf die einzelnen Geschichten eingehen.

Die Helferin der Hexe: Sie hilft Celine, einer Wahrsagerin auf dem Schiff, mit allem möglichen und ist eine Art Assistentin/ Managerin/ Mädchen für alles. Sie war mir mit die sympathischste und angenehmste Person im ganzen Buch und ich freute mich immer, wenn ich sah, dass ich aus ihrer Sicht lesen durfte. Es war auch mit die spannendste Geschichte, da Celine, die Wahrsagerin, immer mehr in den Vordergrund der Geschichte fällt und man mit der Sicht ihrer Assistentin sehr nah dabei ist und hier konnte man eine Charakterentwicklung sehen, die sowohl zur Situation, als auch zur Person selber gepasst hat.

Der Verurteilte: Er begeht ganz am Anfang vom Buch einen Mord, von dem man als Leser auch als erstes erfährt. Ganz am Anfang war ich mega interessiert an seiner Sicht und fieberte ihr auch ein wenig entgegen, da man sich gefragt hat, wie er diesen Mord jetzt vertuschen will und wie er weiter macht, aber die Luft war aus dieser Geschichte ziemlich schnell draußen, da nicht nur er sehr unsympathisch war, was aber meiner Meinung nach auch so gewollt war, sondern auch sein Umfeld war sehr nervig und die Handlung verlor sich ein bisschen in sich selber.

Die Magd des Teufels: Am Anfang eine Geschichte, die auf mich sehr langweilig wirkte, da ich auch der Person selber, weder positive, noch negative Gefühle entgegen bringen konnte, sondern nur über sie sagen konnte, dass ich sie als intelligenteste von allen empfand und das mich neugierig gemacht hat, was sich auch am Ende bezahlt gemacht hat, da ihre Geschichte immer mysteriöser wird und sich immer weiter gemausert hat.

Die Selbstmord Schwestern: Mal eine andere Geschichte, die sich ein wenig von den anderen abhob, aber mit der Zeit, meiner Meinung nach, immer unnötiger wurde und nichts für den allgemeinen Handlungsverlauf des Buches beigetragen hatte. Am Ende war es eine Geschichteüber zwei nette Frauen, die wenig input zur Handlung beigetragen haben und deren Geschichte schnell erzählt war.

Der Engel der Barmherzigkeit: Ich muss zugeben, dass mir hier die Person, der Schiffsarzt, ziemlich egal war, da ich keine Verbindung zu ihm aufgebaut hatte und ich auch wirklich lange brauchte, um seine Geschichte zu verstehen und die Verbindung zu dem Geschehen auf dem Schiff zu sehen, auch wenn er eine wirklich interessante Hintergrundgeschichte hatte, weswegen er, besonders gegen Ende, mit die vielleicht stärkste Geschichte hatte und eine der spannendsten Charaktere war.

Der Geheimnishüter: Er war der Security Mann auf dem Schiff und zu meiner Schande muss ich sagen, dass ich ihn ziemlich oft mit dem Schiffsarzt verwechselte. Am Anfang fand ich seine Geschichte etwas schwach, aber nachdem man sein Geheimnis herausgefunden hatte wurde er gegen Mitte des Buches zu einer wichtigen Rolle und hat etwas pepp in die Handlung gebracht

Der Wildcard Blog: Dieser Blog wird von einem jungen Herrn geleitet, der auffliegen lassen möchte, dass Celine eine Schwindlerin ist und dann bekommt man immer wieder seine Blogartikel zu lesen, die meiner Meinung nach super dazu dienten, die Erreignisse der Tages noch einmal zusammen zu fassen.


 




Alles in allem würde ich sagen, dass es ein super spannender Anfang war, ein sehr langatmiger Mittelteil und ein Ende, welches ich so nicht erwartet hatte und cool war. 

Danke an den Goldmann Verlag für dieses Rezensionsexemplar! ♥ 


3,25 von 5 Sternen

 
Sarah Lotz ist Drehbuch- und Romanautorin und lebt mit ihrer Familie und diversen Tieren in Kapstadt, Südafrika. (Quelle: Randomhouse.de )

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Titel: Tag Vier * Autorin: Sarah Lotz * Ausgabe: Broschüre * Preis: 14,99€ * Reihe? Nein *
 
Interesse? Amazon * Goldmann Verlag


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