Donnerstag, 11. August 2016

Sich einfach einmal alles von der Seele schreiben...





Einen wunderschönen Tag, egal welchen wir heute haben und wann ihr das lesen solltet. Ich wusste nicht genau, wie ich diesen Post anfangen wollte und sollte. Mein erster Impuls war mich, so wie ich es jedes Mal getan habe, zu entschuldigen, dass so lange nichts von mir kam und ich mich erst jetzt wieder melde. Ich glaube aber, dass erstens niemand einem böse ist, wenn man sich etwas länger einmal nicht meldet und zweitens man sich nicht für alles entschuldigen soll, also möchte ich hier zum Auftakt eher eine kleine Warnung aussprechen. Ich habe absolut keine Ahnung wohin dieser Post führen wird und wie verwirrend er sein wird. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ihr Opfer von Gedankensprüngen, Wortfetzen und Gestammel sein werdet, der manchmal mit dem eigentlichen Thema (habe ich ein eigentliches Thema?) nicht zu tun haben wird. Ich weiß nicht, wo ich am Ende von diesem Post hier landen werde, denn ich habe mir weder ein Skript geschrieben, noch einen Stichwortzettel hier neben mir liegen ich wollte ein paar Dinge einfach einmal loswerden und mich einmal ausschreiben und ein wenig davon erzählen, was bei mir gerade los ist, sowohl in meinem Leben, als auch in meinem Kopf.


Wo soll ich anfangen? (spätestens jetzt bereue ich es nicht doch wenigstens ein paar Stichpunkte gemacht zu haben). Ich fange mit dem Thema an, welches ich glaube euch am meisten interessieren wird. Es geht hier um meinen Blog, aber nicht meinen Blog allgemein, sondern eher um seine Inhalte. Warum kamen keine Lesemonate, Rezensionen…? Ich stecke in einer Leseflaute. Jetzt gerade würde ich eher sagen, dass ich aus dem Gröbsten raus bin, aber Juni und Juli waren ganz „schrecklich“, was das angeht. Ich habe in beiden Monaten zusammen nur 3 Bücher gelesen und habe den Sinn nicht ganz gesehen, warum ich dafür einen Lesemonat schreiben soll und habe mir gedacht, dass ich die Sommermonate einfach in einem großen Lesemonate zusammenfassen werde. Und bei Rezensionen ist nicht das Problem, dass ich nichts zu rezensieren hätte, sondern das mir schlicht und ergreifend die Lust momentan dazu fehlt und ich nichts machen möchte, was mich eher zu etwas zwingt, als mich glücklich macht und mir Freude bereitet. Vielleicht hole ich das alles nach, wenn ich wieder Spaß an der Sache habe. Und jetzt kommen wir auch schon zum nächsten Thema- Spaß. Ich betreibe diesen Blog hier, weil es mir unendlich Spaß macht und ich mein kleines „Baby“ wirklich sehr liebgewonnen habe und nicht mehr missen möchte. Diesen Spaß habe ich mir in letzter Zeit irgendwie selber genommen. Nicht, dass es mir keinen Spaß machen würde. Vielleicht liebe ich nichts so sehr, wie das Schreiben, aber ich habe mir mit meinem kleinen *hust hust* Perfektionismus einfach selber ins Bein geschossen. Ich wollte keine Beiträge hochladen, weil ich es nicht so formatiert bekommen habe, wie ich es wollte, oder meiner Meinung nach nicht die richtigen Worte gefunden habe. Ich empfand es einfach als „nicht gut genug“, damit jemand es lesen wollen würde. Dieses Denken ist meiner Meinung nach, und ich hoffe, dass ich diese Meinung noch lange haben werde, einfach nur Bullshit. Entschuldigt meine Ausdrucksweise. Das hier ist mein Blog, mein kleines Internet-Zuhause und ich darf und kann hier machen was ich möchte, besonders da ja auch noch nie jemand mir etwas Negatives gesagt hätte. Zumindest kann ich mich spontan an nichts Derartiges erinnern. Ich „verbocke“ mir zum Teil den Spaß hier, weil ich vor der vielleicht kommenden negativen Reaktion Angst habe (?). Das ist etwas woran ich in letzter Zeit gearbeitet habe. Das hier als etwas für mich und nicht gegen mich zu sehen.

Aber auch allgemein hat sich in meinem Bewusstsein/ Kopf, nennt es wie es wollt mir fällt kein passender Begriff dazu gerade ein, einiges getan. Ich werde und möchte versuchen mich nicht mehr so stressen zu lassen. Besonders von Dingen, die eigentlich keinen Stress verlangen, sondern ihn nur von mir zugeschrieben bekommen. Ich will nicht mehr an meine angeblich so hohe To- Do- Liste denken, obwohl diese ehrlich gesagt fast gar nicht existiert. Ich lebe gerade in den Tag hinein und warte auf meinen nächsten Lebensabschnitt nach dem Abitur. Ich weiß noch nicht 100% was ich dann und jetzt und morgen machen werde. Ich weiß nicht, wohin mich der Weg führen wird. Ich kann nur sagen, dass diese Frage und das Ungewisse in letzter Zeit aufgehört hat mir die Luft zu rauben und mir eher meine Augen geöffnet hat. Ich stehe an einem Punkt im Leben, wo mir einfach alles offen steht. Ich kann alles machen und das ist gut so. Und es ist auch okay, dass ich nicht weiß, was kommen wird und das mir das Ganze auch etwas Angst lässt, aber Gott Anna du bist erst 18 und hast noch dein komplettes Leben vor dir.

Eine Sache, die ich in diesem Zuge wieder gelernt habe ist: Ich LIEBE schreiben. Ich liebe es meine Gedanken nicht nur in meinem Kopf Purzelbäume schlagen zu lassen. Ich liebe es, dass sich diese Fetzen in meinem Gehirn, zu einem Text, einem Abschnitt, sei es auch nur einem Wort formen. Ich bin nicht besonders gut darin Gefühle auszusprechen. Ich bin an sich kein Mensch, der gut sprechen kann. Ich spreche viel, laut und gerne, zumindest unter Freunden, aber ich kann die gesprochene Sprache einfach nicht so verwenden, wie ich es gerne würde. Oder wie Henry aus Raven King es so schön gedacht hat „It wasn’t that Henry was less of himself in English. He was less of himself out loud. His native language was thought.“ Das ist die, bis jetzt, exakteste Beschreibung die ich für dieses Gefühl oder Empfinden gefunden/gelesen/selbst geschrieben habe. Beim Schrieben ist es aber so, als würde ich eben immer noch denken, nur auf Papier oder eben auf Word. Ich habe mich also in letzter Zeit eher mit den Schreiben und plotten, mit meinen eigenen Worten beschäftigt und gemerkt, dass es mir wirklich gut getan hat.

Was mir noch unheimlich gut getan hat (Meine Überleitungen sind heute aber auch großartig ^^) war die Reise nach London mit meiner Familie. Ich liebe es Zeit mit meinen Liebsten zu verbringen, besonders, wenn jeder gelöst und entspannt ist, wie im Urlaub. Ich werde zu London nochmal eigene Post erstellen, da ich unmöglich das hier unterbringen kann. Ich möchte nur ein paar wenige Dinge loswerden. Ich habe mich restlos und unwiderruflich in diese Stadt verliebt. Das Wetter (ja das typisch englische), die Menschen, die Atmosphäre. Ich habe mich einfach fallen lassen können und sehr viel Kraft, Energie und Lebensfreude tanken können. Normalerweise ist das für mich nicht selbstverständlich, dass mich eine Großstadt, Menschenmengen und Gedrängel nicht komplett aufsaugen und erschöpfen, aber in London habe ich mich sehr wohl gefühlt. Und jetzt noch einmal hier: Britischer Akzent ist meiner bescheidenen Meinung nach der heißeste und sexieste Akzent  dieser Welt.

*hier eine wirklich gute Überleitung einfügen*. Unter anderem habe ich auch an mir gearbeitet in der letzten Zeit, also eigentlich schon in den letzten Monaten und Jahren, aber besonders jetzt nach der Abizeit. An mir zu arbeiten heißt für mich in erster Linie denken-denken-denken! Überdenken, Nachdenken und alles noch einmal zerkauen. Ich persönlich bin jemand, der sowieso schon immer unheimlich viel nachdenkt, besonders den Tag abends Revue passieren lässt und sich 23647920 Möglichkeiten überlegt, wie sie Situation x hätte vielleicht noch besser lösen können. Aber manchmal und das musste ich mir eingestehen kann man Situation X nicht besser lösen und selbst wenn, dann kann ich jetzt nichts mehr daran ändern und sollte mich aber deswegen nicht fertig machen. Ich habe in diesem Moment so gehandelt, wie ich es in diesem Moment am besten gefunden habe und damit muss, kann, sollte und will ich mich abfinden. Dazu bin ich das was man wohl „sehr schüchtern“ nennen würde. Zu diesem ganzen Thema werde ich noch einen extra Beitrag machen und bin gerade dabei, der aber eher „sachlich“, als persönlich sein wird. Für mich sind das Internet und das „reale Leben“ was meine Schüchternheit betrifft einfach wirklich 2 Paar Schuhe. Ich habe hier immer noch eine gewisse Distanz zu meinem gegenüber und bin ihm, so dumm, wie das klingen mag, nichts so wehrlos ausgeliefert, wie im realen Leben. Mit anderen Worten: Ich habe versucht daran zu arbeiten und… naja ich habe es zumindest versucht und ich arbeite weiter daran. 

Worüber ich aber in den letzten Wochen wirklich froh bin ist, dass sich meine Einstellung zu mir selber verändert hat. Besonders zu meinem Aussehen. Ich war eine pubertäre Teenagerin, die Selbstzweifel gegessen hat, wie andere Nutella. Und ich kann euch eins sagen, falls ihr das nicht schon selber wusstet, mangelndes Selbstbewusstsein ist nicht wirklich cool. Ich kann auch ehrlich nicht sagen, wie ich mein Denken über mich selber geändert habe. Lag es daran, weil ich aus der Schule gegangen bin? An den positiven Bücher/ Artikel, die ich dazu gelesen habe? Lag es an den Menschen mit denen ich mich getroffen habe und die Teil meines Lebens waren? Lag es daran, dass ich jeden Tag versucht habe etwas Positives in mir zu sehen? Ich gehe davon aus, dass es eine Mischung aus allem war. Oder vielleicht auch gar nichts davon. Ich steige immer noch nicht jeden Tag aus meinem Bett und denke mir „ja mei Anna, wie du heute wieder ausschaust“, aber vielleicht denke ich es immer öfter und wahrscheinlich ist das wichtigste an der Sache, dass ich weniger „gott wie schrecklich sehe ich wieder aus“ denke. Ich bin für mehr „daaaaamn girl“ Momente zwischen sich und seinem Spiegelbild. Ich bin für mehr „dieser Pulli steht dir heute aber wirklich gut und meine Güte ist mir das Augen- Make-up heute gelungen“. Ich bin für mehr positive- body- image und für weniger body shaming. Ich habe noch mehr gelernt, dass jeder Mensch einzigartig ist, wir aber deswegen nicht überheblich werden sollten, oder uns auf eine höhere Stufe stellen sollten, denn jeder ist einzigartig. Jeder Mensch ist auf der gleichen Stufe. Es gibt keinen, der es mehr oder weniger verdient hat glücklich zu sein, oder ein Übermensch zu sein. Zu sagen „Gott ist er/sie dick“ ist genauso schädlich, wie „möchtest du nicht einmal mehr essen, so magersüchtig, wie du bist“. Ich bin einfach für mich dafür, dass ich öfter in dem Spiegel schaue und sage: „Du bist hübsch/schön“. Und ich will, dass ich das auch öfter zu anderen sage. Weniger darüber zu denken, was andere tragen und das zu beurteilen, sondern die Menschen einfach Menschen sein lassen und sich freuen, dass sie sich wohlfühlen.
 
Ich habe auch gelernt/gemerkt/gehofft zu lernen, dass man seine Werte nicht immer vermitteln kann, aber immer für sie einstehen sollte. Ich werde nicht jeden davon überzeugen können, dass ihre Aussagen sexistisch sind und sie junge Mädchen und Jungs, genauso wie Frauen und Männer beeinflussen können und das nicht nur positiv. Ich werde keinem, der nicht zuhören will und in seiner Meinung festgefahren ist erklären können oder davon überzeugen können, dass homosexuelle, bisexuelle, pansexuelle… Menschen genauso natürlich und richtig sind, wie Heterosexuelle. Auch kann ich es nicht schaffen, dass jeder aufhört psychische Krankheiten herunterzuspielen, aber ich kann es lassen. Ich kann als gutes Vorbild, zumindest in meinen Augen gutes Vorbild, voran gehen und weiter meine Werte verteidigen. Ich werde nicht jeden Rassisten, Homophoben, Sexisten und so weiter bekehren können, aber ich kann dagegen ankämpfen, sei es auch nur in kleinen Schritten.

Was ich vor kurzem erst gemacht habe war eine Social-media Kur. Ich habe die Leute aussortiert, sei es Follower auf Twitter, Menschen, denen ich auf Instagram gefolgt bin, oder Facebookfreunde. Social Media sollte meiner Meinung nach Spaß machen, also umgebe ich mich mit Leuten mit denen es Spaß macht. Facebook habe ich ehrlich gesagt den Rücken gekehrt, denn die Seite hat mir absolut gar nichts gegeben und ich habe keinen Grund mehr gesehen dort zu bleiben. Auf Instagram habe ich mich auf privat gestellt und einfach aussortiert. Warum ich euch das sage? Meiner Meinung nach hätte ich das davor schon machen sollen, wir sollten immer das machen, was uns glücklicher werden lässt und ich bin auch der Meinung, dass ich sicher nichts verpassen werde, wenn ich nicht 10000 Accounts folge. Ich fühle mich besser, nicht mehr zugemüllt und habe mehr Lust wieder auf diese soziale Seite zu gehen. Was ich auch gelernt habe: DU entscheidest, wem du folgst. Ganz besonders auf Twitter habe ich das gemerkt. Vorab: Ich liebe es dort und die Menschen, die ich dadurch kennen gelernt habe. Ich lese immer mal wieder, dass Menschen sich beschweren, über bestimmte Leute, was sie schreiben und allgemein, dass bei Ihnen alles etwas negativer ist. Ich denke mir sehr oft dabei: Dann trenne dich. Trenne dich von Menschen, ob im Internet oder Freundeskreis, die dir nicht gut tun. Lass los und mache etwas Gutes für dich. 

Jetzt sind wir also hier am Ende angelangt. Zumindest am Ende von diesem Post. Ich habe eine interessante, anstrengende, aber auch wirklich schöne  Zeit hinter mir und vor mir. Ich freue mich und ich hoffe, dass es euch gut geht. Bis ganz bald.

Kommentare:

  1. Hallo liebe Anna,

    ich überlege gerade, was genau ich dir schreiben will, aber ich wollten diesen tollen Post nicht unkommentiert lassen. Ungeplant - vielleicht. Nicht perfekt strukturiert - mir ist kein angekündigter Gedankensprung aufgefallen und Überleitungen werden überbewertet. ;)
    Ich finde deine Einstellungen toll (WORTWIEDERHOLUNG) und ich glaube, es ist schwieriger als gedacht, sich selbst einfach mal zu mögen und nicht dauernd zu kritisieren.
    Übrigens geht es mir genauso: Ich kann so viel besser auf Papier, an der Tatstatur und in Gedanken mit Worten umgehen, als in Gesprächen, Vorträgen, usw. Ich hab bis heute nicht verstanden, warum eigentlich, daher schön zu lesen, dass ich da nicht alleine bin. ;)
    London. *-* Ich freue mich schon auf den Post. *-*
    Und mach dir keinen Stress, wie du selbst sagst. Irgendwann ist fast jede Flaute vorüber. Und niemand stresst dich. ^^

    Ganz liebe Grüße ♥

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    1. Hallö liebe Dana,

      erst einmal: danke ♥
      Ja es hat wikrich ein bisschen gedauert diese Einstellung zu bekommen und wird wahrscheinlich noch mindestens genauso lange brauchen, bis ich sie verfestigt habe
      Ich habe auch nie verstanden, warum ich ungesprochen besser kommuniziere :D
      und noch einmal danke ♥

      Liebste Grüße ♥

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  2. Dieser Post ist so schön und tiefgründig und ich habe keine Ahnung, was ich dazu schreiben könnte, dass meine Worte auch nur Ansatzweise daran heran reichen. Ich dachte mir: "Schaue ich mal auf dem Blog vorbei und lese, was sie so macht, wenn sie nicht bei Twitter ist." Und dann finde ich diesen super genialen Text. ♥ Ganz ehrlich, ich saß hier vor dem Bildschirm und habe mich dabei erwischt, wie ich ständig mitgenickt habe. Ich verstehe dich so gut! Äh, und jetzt habe ich so ein bisschen den Faden verloren, glaube ich. Jedenfalls mag ich diesen Post sehr gerne und bin froh, dass du ihn geschrieben hast. =)

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    1. Danke Danke Danke Danke ♥♥♥

      Ich musste sehr über dein "schau ich mal auf dem Blog vorbei und lese, was sie so macht, wenn sie nicht auf Twitter ist" :D

      Ich freue mich wirklich sehr, dass dir der Text gefalen hat ♥

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