Sonntag, 1. Mai 2016

{Booktalk} Obsidian von Jennifer L. Armentrout










Als die siebzehnjährige Katy vom sonnigen Florida ins graue West Virginia ziehen muss, ist sie alles andere als begeistert. In ihrem winzigen neuen Wohnort kommt sie in den ersten Tagen nicht einmal ins Internet, was für die leidenschaftliche Buchbloggerin eine Katastrophe ist. Nur mit Mühe lässt sie sich dazu überreden, bei ihren Nachbarn zu klingeln, um "neue Freunde" zu finden. Und lernt so den atemberaubend gut aussehenden, aber bodenlos unfreundlichen Daemon Black kennen. Was Katy jedoch nicht weiß, ist, dass genau der Junge, dem sie von nun an am meisten aus dem Weg zu gehen versucht, ihr Schicksal bereits verändert hat…





Ich werde am Anfang erstmal eben eine Rezension schreiben und am Ende, ich werde es markieren, keine Sorge, eine Meinung zu dem Buch abgeben, welche Spoiler enthält, also an diejenigen, die das Buch noch nicht gelesen haben und es lesen möchten, ab dann solltet ihr aufhören zu lesen :).

Zuerst einmal zum Schreibstil. Ich finde ihn ganz gut und man kann extrem schnell durch das Buch lesen. Es dauert wirklich nicht lange und man ist durch das Buch gekommen. Es hat auch keine Längen, weswegen man eben auch wirklich schnell durch das Buch kommt und es einen zumindest nicht langweilt.

Nun zu den Charakteren. Puh. Ab da fängt für mich auch schon wirklich das Problem des Buches an. Katy ist so unfassbar nervig. Ich finde, dass sie sich viel zu viel gefallen lässt und mit sich umspringen lässt, als wäre sie sonst noch was. Auch finde ich, dass sie unheimlich naiv ist und ich konnte sie wirklich nicht sonderlich gut leiden und es hat mir eigentlich keinen Spaß gemacht aus ihrer Sicht zu lesen. Was an Daemon sooo großartig sein soll kann ich auch nicht ganz nachvollziehen. Er ist zwar ganz witzig und so und die Wortgefechte zwischen ihm und Katy empfand ich auch manchmal als wirklich erfrischend und als wirklich witzig. Trotzdem kann ich nicht darüber hinweg sehen, dass er arrogant, wie sonst was ist und sich Katy gegenüber einfach wie ein Arsch verhält, ganz einfach! Dee mochte ich echt ganz gerne, sie war meiner Meinung nach die sympathischste und man hat gerne Szenen mit ihr gelesen.

Was ich wirklich positiv an der Handlung finde ist, dass es nie langweilig wurde, es muss nicht sein, dass dauernd pure Spannung geherrscht hat, aber es gab eben keine Längen, die sich dann gezogen haben. Auch wenn ich gespoilert wurde um welche Wesen es sich handelt, weiß ich, dass ich, wenn ich es gelesen hätte da nicht darauf gekommen wäre, also diesen Plottwist, oder was auch immer hätte ich nicht kommen sehen, was ja wirklich positiv ist. Die Geschichte um die Feinde muss ich sagen hat mich mehr interessiert und hat mich persönlich mehr gepackt und meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Was ich aber wirklich ganz schrecklich fand war dieser Showdown. Selten habe ich ein so schlechtes Ende eines Buches gelesen. Es war langweilig und hat mich einfach 0 gepackt und ein wenig genervt. Ich finde die Beziehung zwischen Daemon und Katy außerdem echt nicht schön, oder süß, oder ähnliches.

Ich habe noch ein paar Sachen, welche mich einfach sehr gestört haben und über die ich auch einfach nicht hinweg sehen konnte.

AB JETZT FOLGEN SPOILER!!!

Als ich am Anfang ein paar Rezensionen zu dem Buch gelesen habe, habe ich nicht ganz nachvollziehen können, wie sie die Parallelen mit Twilight gesehen haben. Mich selber zum Beispiel nerven die Vergleiche zwischen Panem und Divergent auch wirklich sehr. Ich mag es nicht, wenn man Bücher einfach vergleicht, weil sie das gleiche Genre haben und dann zu sagen, dass es eben geklaut wurde, auch wenn man keine wirklichen Gemeinsamkeiten sehen kann. Ich dachte, dass es genau das gleiche mit dem Twilight- Obsidian Vergleich wäre, aber nein. Man wurde in diesem Buch praktisch erschlagen von den ganzen Szenen, die einen extrem an die Bis(s)- Reihe erinnert haben, damit ich das schnell hinter mich bringe, liste ich einfach alles auf.

Szenen, die zwar gleich sind, aber auch andere Bücher haben:

  • alles fängt mit einem Umzug an 
  • alles spielt in einem Kaff 
  • ein mysteriöser, sexy und heißer Typ 
  • Bella und Katy fahren ein altes Auto, was nicht mehr so toll fährt
  • Menschen werden von Anfang an vermisst (was am Ende auf das übernatürliche zurückzuführen ist)

Wie gesagt diese Szenen sind zwar ähnlich, oder besser die Umstände, aber das ist eigentlich ziemlich wurst und ich würde es nicht als Klau bezeichnen.

Szenen, die schon ziemlich abgekupfert sind:


  • die Familie

    • Mysteriöse Familie, die irgendwie nur untereinander so richtig Kontakt haben
    • werden von den anderen zum einen bewundert und zum anderen gefürchtet 
    • die Clique in der Schule, die nur unter sich sind und keinen anderen 
    • diese mysteriösen Leute sind wunderschön, superreich und nur unter einander zusammen

  • der Schulball spielt eine wichtige Rolle 
  • Menschen 
    • Alice= Dee (beide quirrlig, beste Freundin der Protagonisten, Schwester von dem love-interest)
    • Mädchen aus Bellas Schule= Mädchen aus Katys Schule (beide unwichtig, keine richtigen Freunde nur oberflächlich, besitzen keinen wirklichen Charakter)
    • Footballspieler Bella = Footballspieler Katy (steht auf Katy bzw. Bella)


Aber dann gibt es aber auch einfach zwei Szenen, die ich seeeeeeehr ähnlich finde:

  • die Autoszene, wo er sie rettet

  • Waldszene, wo er ihr offenbart, wer er ist


Kommen wir jetzt einmal weg von Twilight und was mir sonst noch nicht so gefallen hat. Fangen wir mit der Beziehung zwischen Daemon und Katy an. Ich finde es wirklich schrecklich, wie er sie behandelt, als wäre sie ein Stück Scheiße, tut mir leid für meine Wortwahl, sie bedroht und sie niedermacht, aber die bei jeder Szene nur daran denken kann, wie  gut er aussieht und dass sie jetzt sehr gerne Sex mit ihm hätte. Soll das etwas heißen, so lange du gut aussiehst kannst du machen was du willst? Klar Bella zum Beispiel hat meisten einfach gar keine Regung bei Situationen gezeigt, aber Katys einzige Regung ist Erregung. Dazu kommt noch, dass sie sich an einem Tag total gut verstehen und am nächsten sich hassen. Ich bin da leider nicht so ganz dahinter gekommen und so hin und her ist einfach nicht mein Ding. Auch dieses Bonuspunktespiel damit die beiden sich näher kommen war so kindisch.

Nun zu den Aliens. Ich weiß, dass es Fantasyelemente sind, wenn man mir es aber irgendwo als „Wissenschaft“ verkauft, dann darf ich es auch kritisieren. Zum einen mochte ich es überhaupt nicht, dass man einfach gesagt hat, dass man über die Lux nicht so viel weiß, also das zumindest Daemon nicht so viel weiß und es ihr nicht erklären kann. Kann sein, dass man in den nächsten Bänden mehr erfährt, aber ich empfand es als ein wenig plump. Dann macht es einfach keinen Sinn, dass sie Licht sind und sich in Menschen verwandeln können, also sowas in der Art eben. Was ich auch nicht verstehen konnte ist, dass sie nur einmal die Gestalt annehmen können und dann sie nicht mehr ändern können, aber es gibt unter den Lux immer noch Gestaltenwandler. An sich macht es für mich einfach logisch nicht wirklich einen Sinn, ich meine wie kann Licht kommunizieren, wie kann Licht ein Bewusstsein haben und eine fleischige Existenz annehmen?

Was zwar nicht gravierend ist, mich aber dennoch gestört hat ist, dass sie Lux heißen, lateinisch für Licht. Klar sie sind Lichtwesen und so keine Frage, aber sie kommen doch aus einem ganz anderen System und so und woher kennen sie dann die lateinische Sprache? Ehrlich für mich macht das keinen Sinn.

Dann machen sie einen so großen Tumult und ein Geheimnis herum was sie sind. Kann ich auch vollkommen nachvollziehen, aber dann sollten sie nicht in der Küche von Katy so laut herum reden und ihre Fähigkeiten zeigen, oder in ihrem Krankenhauszimmer, oder vor ihrer Tür, oder in ihrem Garten. Und dann erzählt er Katy nach ein paar Tagen einfach alles. Alles auf einmal. Das fand ich auch ein wenig merkwürdig.

Und jetzt kommt was, wo ich wirklich dachte ich fall vom Stuhl. Kann sein, dass es die meisten nicht so schlimm finden, aber ich fand es echt schlimm.


„An dem Tag, an dem ich endlich wieder eine Internetverbindung hatte, fühlte ich mich besser, als wenn der heißeste Kerl meinen Hintern bewundert und nach meiner Telefonnummer gefragt hätte“


Ich weiß echt nicht, was ich dazu sagen soll. Soll das etwas heißen, dass es ganz großartig wäre, wenn dich jemand nur auf ein Körperteil reduziert? Kann gut sein, dass ich da ein wenig übertreibe, aber ich mag dieses Bild einfach nicht weitergeben, besonders da die Zielgruppe ja auch ein wenig jünger ist.



Das Buch ist sehr schnell durchzulesen und hat einige Stellen, die eigentlich relativ viel Spaß gemacht haben, aber da hört es auf. Die Fantasywesen konnten mich nicht überzeugen, die Charaktere sind mir einfach überhaupt nicht ans Herz gewachsen und haben mir nicht gefallen. Auch die Handlung war einfach nicht meins und es gab einiges was mich noch dazu gestört hat. Ich habe für mich beschlossen, die Reihe nicht fortzusetzten.

2,25 von 5 Sternen  


Kommentare:

  1. Wunderschöne, äußerst unterhaltsame Meinung! xD

    Ich stimme dir in vielen Punkten zu.
    Ich hätte gar nicht direkt einen Vergleich zu Twilight gezogen, kann sein, dass es daran lag, dass ich das vor sehr langer Zeit gelesen habe, aber der Großteil des Buches war ein einziges Klischee. Der Umzug, der mysteriöse, gefürchtete, verehrte Bad Boy, das schlagfertige Mauerblümchen, die alleinerziehende Mutter und so weiter, und so fort. Es gab einige Szenen, bei denen ich wirklich das Gefühl hatte, sie schon mal irgendwo gelesen zu haben, un obwohl sich Szenen in Bücher ja doch manchmal ähneln, hatte ich das noch nie so extrem wie bei diesem Buch.
    Zugegeben, gegen Ende wurde es besser, als die Autorin mehr und mehr ihre eigenen Wesen entwickelte. Da war der Zug für mich aber schon abgefahren.
    Positiv herauszuheben ist aber der Schreibstil, dennoch konnte der für mich auch nicht mehr den Rest retten. Auch die Charaktere sind mir einfach auf die Nerven gegangen. Daemon, Mobber in Person, Katy, die jedes Mal zu sabbern beginnt, wenn sie ihn nur sieht. Mal ganz abgesehen von diesem Zitat, bei dem ich absolut verstehe, weshalb du dich darüber aufgeregt hast. ^^
    Den Hype kann ich somit leider nicht verstehen, aber schön, dass ich da anscheinend nicht die Einzige bin. ;)

    Liebe Grüße ♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dankeschön ^^

      Ja so hätte man es auch formulieren können, dass das Buch aus einzigen Klischees besteht. Was mich auch bei diesen Elternbildern nervt ist, wo sind die Eltern bitteschön? In allen Jugendbüchern kommt es so vor, als würden sie einfach nie zu Hause sein und sich nicht um ihre Kinder kümmern. Ich hatte es auch wirklich nicht so extrem, wie in diesem Buch, dass ich das Gefühl hatte, dass ich viele Szenen schon einmal gelesen hatte.
      Ja gegen Ende habe ich mich auch immer weniger aufgeregt und das Buch wurde etwas besser, aber wie du habe ich da auch schon einfach jede Hoffnung verloren.
      Den Schreibstil fand ich auch gut, aber warum auch immer nicht so überragend, wie alle immer herborheben. Die Charaktere sind wirklich endsnervig, keine Ahnung, ob man das so sagt. Gut, dass es jemand verstehen kann, warum mich das Zitat aufgeregt hat ^^
      Ich kann den hype auch 0 nachvollziehen und bin auch froh, dass ich nicht alleine mit der Meinung bin

      Liebste Grüße ♥

      Löschen