Mittwoch, 17. Februar 2016

{Rezension} Love letters to the dead von Ava Dellaria




Titel: Love letters to the dead

Originaltitel: Love letters to the dead

Verlag: cbt

Ausgabe: Hardcover

Seitananzahl: 416

Reihe: Standing alone

Preis: 17,99€







Klappentext:

Es beginnt mit einem Brief. Laurel soll für ihren Englischunterricht an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben. Sie wählt Kurt Cobain, den Lieblingssänger ihrer Schwester May, die ebenfalls viel zu früh starb. Aus dem ersten Brief wird eine lange Unterhaltung mit toten Berühmtheiten wie Janis Joplin, Amy Winehouse und Heath Ledger. Denn die Toten verstehen Laurel besser als die Lebenden. Laurel erzählt ihnen von der neuen Schule, ihren neuen Freunden und Sky, ihrer großen Liebe. Doch erst, als sie die Wahrheit über sich und ihre Schwester May offenbart, findet sie den Weg zurück ins Leben…


Inhalt:

Laurel soll als Schulaufgabe einen Brief an einen bereits verstorbenen Menschen schreiben. Sie gibt den Brief aber nicht ab, da er ihr am Ende dann doch zu privat ist. Es bleibt aber nicht bei diesem einen Brief und nach und nach verarbeitet Laurel ihre Vergangeheit und ihre Gegenwart  in den Briefen an verschiedene schon verstorbene Persönlichkeiten. Sie erzählt von ihrer toten Schwester von ihrem neuen Highschool- Leben, von neuen Freunden und von alten Bekannten und nach und nach kommen die Geheimnisse der Vergangenheit hoch.



Meinung:

Das Buch ist meiner Meinung nach ein wirklich ganz besonderer Roman und etwas anders, als andere Romane. Deswegen wird die Rezension etwas anders ablaufen, aber ich werde am Anfang trotzdem ganz schnell was allgemeines zum Buch sagen. Zum ersten ich mochte die Charaktere wirklich gerne. Sowohl Laurel, als auch Sky sind meiner Meinung nach wirklich sympathische Personen und ich habe gerne aus ihrer Sicht gelesen und auch die Beziehung der beiden war sehr schön mitzuerleben. Auch ihre beiden besten Freundinnen sind sehr nett und mitzuerleben, wie die beiden nach und nach vielleicht doch mehr, als nur Freundschaft füreinander empfinden, war auch echt nett. Die Geschichte und die Handlung waren gut mitzuverfolgen und hat wenig Schwierigkeiten gemacht, auch wenn sie ein wenig vorhersehbar war. Was mich auch ein wenig gestört hat war, dass jedes Mal, wenn sie einen neuen Brief geschrieben hat, kam man erstmal ein wenig aus der Stimmung der Geschichte raus, da sie ersteinmal wieder ein wenig von den Personen erzählt hat. So das war jetzt ersteinmal das Grobe und meine „normale“ Rezension. Es werden ein paar Zitate folgen, wenn ihr also noch gar nichts wissen wollt, dann lest lieber nicht weiter.


Dieses Buch hat mir wirklich sehr viel gegeben und ich werde es wahrscheinlich wirklich noch lange in Erinnerung behalten. Nicht unbedingt die Geschichte, oder die Charaktere sind der Hauptgrund, sondern einmal die Art des Schreibens und manche Testpassagen haben mich wirklich zum nachdenken gebracht.


Ich habe sehr lange, über das Thema Freundschaft nachgedacht, auch über Liebe und prinzipiell über zwischenmenschliche Beziehungen. Warum fällt es uns manchmal so schwer Menschen loszulassen, auch wenn wir sicher sind, dass sie nie wieder zurück kommen? Warum tut der Gedanke an geliebte Menschen manchmal so weh, selbst wenn wir an schöne Dinge denken?

„Warum denkst du, ist Liebe das tiefste Gefühl, das menschen empfinden? Weil sie beides zugleich ist. Solange wir lieben, fühlen wir uns beschützt und haben dabei doch trotzdem ständig Angst“

Aber stimmt das denn? Ich glaube schon, ich glaube, dass Liebe manchmal so tief und echt sein kann und ich rede von jeglicher Art von Liebe, dass man sich in den Momenten, wo man glücklich ist, oder eher in den Momenten danach Angst hat, das alles zu verlieren. Wahrscheinlich ist das nicht die gesündeste Vorgehensweise und man soll den Teufel nicht an die Wand malen, aber ich finde, dass man oft so denkt. Ich zumindest. Manchmal denke ich an einen Tag, ein Ereignis, oder auch nur an einen Augenblick und dann trifft es mich. Zum einen sehe ich die Menschen, die diesen Moment so erinnerungswürdig gemacht haben und freue mich, Menschen um mich zu haben, welche solche Situationen für mich schaffen können und andererseits hat man Angst, dass sie einem entgleiten. Nicht immer, aber ich habe diese Phasen. Es muss keiner daran schuld sein und es muss nichts passiert sein, aber das Leben verläuft in andere Richtungen, andere Dinge werden wichtiger und mehr und mehr Zeit vergeht, bis man keinen Kontakt mehr zu den Menschen hat, welche einem einmal so viel bedeutet haben. Natürlich Veränderung und Verluste gehören zum Leben dazu, aber ich glaube es war Laurel, die gesagt hat:

„Ich glaube, wenn man etwas verliert, was einem wirklich viel bedeutet, ist da so, als würde man ein Stück von sich selbst verlieren“

Und ich weiß, dass das eigentlich auf den Tod bezogen ist, aber sind solche Texte nicht da, um sie für sich zu nutzen und mit ihnen etwas anzufangen? Haben wir nicht auch alle ein wenig Angst, dass damit auch ein Teil dessen geht, wer wir vielleicht einmal waren? Dass das Ich, welches wir zu der Zeit waren gegangen ist, oder andere Wege genommen hat, dass es vielleicht mit den Menschen geht? Wir Menschen sind oft sehr sentimentale Menschen und erinnern uns gerne an Früher zurück, zumindest ist das meine Meinung. Ich glaube, aber dass sich erinnern nicht immer schlecht sein muss, es kann auch schön sein. Man kann sich freuen, dass man Sachen auch verarbeitet hat, dass man weiter gezogen ist. Man kann zurück schauen und sehen, dass man vielleicht doch nicht so anders ist, wie man dachte und sich bewusst machen, dass unser Ich, unser Charakter, unsere Persönlichkeit nicht hunderte verschiedene sind. Wir geben uns nie auf, wir legen keine Schale ab und stülpen uns eine neue über. Wir sind eher ein Puzzle, ein Puzzle welches immer weiter im Leben zusammengesetzt wird, Teile werden fehlen, manchmal wird man versuchen ein Puzzlestück unbedingt hineinbekommen zu wollen und man wird damit leben. Man wird vielleicht wissen, dass dieses Stück eigentlich nicht zu unserem kleinen Puzzle, unserem Leben passt, aber wir werden es auch manchmal eine ganze Weile mit uns herumtragen, bis wir es vielleicht eines Tages entfernen werden. Wir werden an uns arbeiten und nach und nach unser Puzzle einfügen. Wir sind nicht ein Moment, eine Persönlichkeit, eine Erfahrung. Wir sind eine Zusammensetzung aus Gefühlen, Erlebnisse und Zeit. Wir dürfen keinem erlauben unser Puzzle an sich zu nehmen und es nach seinen Wünschen zu gestalten, denn das seid nicht ihr. Man darf Fehler machen und man muss sich vor niemandem rechtfertigen, warum dieses Stück hineinpasst, es passt einfach. Dieses Buch hat mir ein bisschen davon mitgegeben, selbst wenn es eigentlich nicht die Hauptaussage ist, so hat es mich dazu gebracht wirklich das Leben zu bejaen und versuchen so glücklich, wie möglich zu werden. Niemand wird dein Puzzle beenden können, sie können aber ein teil davon werden und wir sollten auch akzeptieren, dass manchmal ein teil lange super gehalten hat und perfekt gepasst hat, es mit der Zeit nicht mehr tut, die Ecken werden zu spitz sein und langsam wird aus herausfallen und wir müssen es nicht unter Krafteinwand und mühevoll mit Klebeband an unser Puzzle kleben, da wir Angst haben ohne es nicht komplett zu sein. Wir können es manchmal rausnehmen und aber auch Fehler machen können und es nach einiger Zeit wieder hineinzumachen. Aber wir sollten uns bewusst sein, dass wir und unser Leben komplett sind und manchmal genau die Lücken in uns das Ganze abrunden. Wir werden uns immer weiterentwickeln:

„(…) dass jeder Mensch sich ständig verändert, auch man selbst. Plötzlich verstand ich, dass genau das ein Zeichen unserer Lebendigkeit ist. Wir haben unsere eigenen tektonischen Platten in uns, die ständig in Bewegung sind und sich immer wieder neu ausrichten, während wir uns langsam zu dem Menschen entwickeln, der wir sein werden“

Ich habe natürlich auch schon davor darüber nachgedacht, aber das Buch hat einen einfach noch mal das Ganze geballt fühlen lassen und dass man sein kleines, aber doch so wertvolles Leben selber in die Hand nehmen kann und sollte.
Ein Zitat hat mich aber besonders berührt und zum nachdenken angeregt, nämlich dass man für sich selbst das Wichtigste sein sollte und dein Leben allein dir gehört:

„Vielleicht ist das etwas, was man lernt, wenn man erwachsen wird: dass man nicht dazu verdammt ist, ein Charakter in einer Geschichte zu sein, dem Dinge passieren, sondern dass man auch derjenige sein kann, der die Geschichte schreibt“



5 von 5 Sternen

Kommentare:

  1. Hallöchen,

    Das Buch steht schon seit Ewigkeiten auf meiner Wunschliste,
    ist mittlerweile aber irgendwie untergegangen.
    Nach deiner wundervollen Rezi will ich es umso mehr lesen! :)

    Liebe Grüße,
    Laura

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    1. Hallo,

      meiner Meinung nach kannst du es dir wirklich holen und du wirst es nicht bereuen :D
      Vielen Dank und das wollte ich erreichen :D

      Liebste Grüße
      Anna

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  2. Hey,
    Mich hat das Buch total berührt und auch zum Nachdenken gebracht, weil es einfach total tiefgründig ist und es wird mir wohl auch lange in Erinnerung bleiben.Ich fand aber auch die Informationen über die verstorbenen Personen sehr interessant, weil einem dadurch manchmal auch verdeutlicht wurded, wieso manche Menschen sich entscheiden sich ihr Leben zu nehmen. Besonders die Geschichte von Kurt Cobain hat mich berührt. Und eigentlich könnte ich Ewigkeiten über dieses Buch reden. Ich glaub sogar, dass es mein Lieblingsbuch geworden ist.

    LG
    Katja von http://livrooks.blogspot.de/ :)

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    1. Hallo,

      das Buch ist einfach wirklich sehr tiegründig! Die Informationen an sich mochte ich auch, aber manchmal hätte ich mir einfach gewünscht, dass es etwas besser eingearbeitet war.

      Liebe Grüße
      Anna

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  3. Hallo! :)
    Ich fand es wirklich spannend deine Rezension zu diesem Buch zu lesen, nachdem meine eigene Rezension komplett anders ausgefallen ist. Ich fand das Buch furchtbar, aber ich sehe schon, wieso es dir gefallen hat.
    Komischerweise scheine ich die einzige Bloggerin zu sein, der das Buch überhaupt nicht gefallen hat. :D
    Trotzdem sehr schöne Rezension!

    LG Lea :)

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    1. Hallöchen ^^,

      danke für dein Kompliment! Ich habe schon einige Rezensionen gelesen, die das Buch nicht ganz so toll fanden, also bist du nicht ganz alleine ^^

      Liebste Grüße
      Anna

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